Amstetten: Streit um Nazi-Bunker vor Kadi

Eine Altlast aus dem Zweiten Weltkrieg sorgt derzeit in Amstetten für Aufregung: Die Nazi-Bunker unter dem Reitbauernberg und dem Krautberg retteten Tausenden Bewohnern während der Bomben-Angriffe das Leben. Nun sind sie baufällig. Der Bund weigert sich aber, die Kosten der Sicherungsmaßnahmen zu übernehmen.

Es war am Dienstag, dem 20. März 1945, wenige Wochen vor Kriegsende. Am Abend dieses langen Tages war Amstetten, oder das, was von dieser Stadt noch übrig geblieben war, eine Stätte der Verwüstung. Bombentrichter neben Bombentrichter. Oberschulrat Emil Landsmann berichtet als Zeitzeuge detailiert über die Tage des Bombenhagels, die Amstetten zu einem Zentrum der Kriegszerstörungen in Niederösterreich machten. Damals flüchteten rund 11.000 Bewohner der Stadt in ein System aus Luftschutz-Stollen unter dem Reitbauernberg und auch dem Krautberg.

Damals retteten die Anlagen Tausenden das Leben, heute stellen sie für die Stadt ein Problem dar. Die Verwaltung fürchtet, dass gewaltige Sanierungsarbeiten notwendig werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Kosten soll der Bund - als Nachfolger des Dritten Reiches - übernehmen. Die Bundesverwaltung sieht das allerdings anders, lehnt jede Verantwortung ab. Die Stadt Am-stetten klagte deshalb den Bund. Nun war die erste Verhandlungsrunde in St. Pölten - ohne Ergebnis, das Verfahren kann sich noch über Jahre hinziehen.

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