Angebliche Tochter zitiert Belgiens König vor Gericht

Bild: Dirk Waem (BELGA)
Delphine Boël, die sich selbst als uneheliche Tochter des belgischen Königs Albert II. (79) bezeichnet, zitiert den Monarchen vor Gericht.

Skandal im belgischen Königshaus: Delphine Boel, die sich als Tochter von Staatsoberhaupt Albert II. bezeichnet, will sich in die royale Familie einklagen. Über ihren Anwalt zitierte sie den Monarchen (79) sowie dessen Kinder Prinz Philippe (53) und Prinzessin Astrid (51) vor ein Brüsseler Gericht, um genetische Informationen von ihnen zu erzwingen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Montag. Die Frau wolle nachweisen, dass sie Tochter des Souveräns sei.

Der Königspalast bestätigte die Vorladung, nahm aber sonst keine Stellung. Albert II. hatte die 1968 geborene Künstlerin nie öffentlich als seine Tochter anerkannt, jedoch in einer Weihnachtsansprache eingeräumt, seine Ehe mit Königin Paola sei nicht immer glücklich gewesen. Der Staatschef gilt als Lebemann.

Der Souverän und seine Kinder sollen am 25. Juni vor Gericht erscheinen. Der bekannte Verfassungsrechtler Marc Uyttendaele zweifelte an, dass Albert zur Rechenschaft gezwungen werden könne. Die Verfassung des Landes lasse dies nicht zu, sagt der Jurist dem öffentlich-rechtlichen Sender RTBF.

Albert II. gilt als amtsmüde. Er tritt jedoch nicht zurück. Grund ist laut Beobachtern das Auseinanderdriften der Regionen Wallonie und Flandern. Das Königshaus gilt als wichtige Klammer in dem zerbrechlichen, von Spaltung bedrohten Land. Das Königspaar hat drei Kinder: Neben Philippe und Astrid gibt es noch Prinz Laurent. Er gilt als schwarzes Schaf der Familie und fiel im Brüsseler Stadtverkehr mehrfach mit überhöhten Geschwindigkeiten auf.

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