Angeblicher Prügel-Lehrer freigesprochen

Bild: Fotolia Symbolfoto

Weil ein niederösterreichischer Lehrer seine Schüler mehrmals geschlagen haben soll, stand er am Mittwoch vor Gericht. Er wurde überraschend freigesprochen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Ein 49-jähriger, Waldviertler Lehrer ist am Mittwoch am Landesgericht Krems vom Vorwurf der vorsätzlichen Körperverletzung rechtskräftig freigesprochen worden. Die Richterin verwies in der Urteilsbegründung auf die  widersprüchlichen Aussagen der beiden elfjährigen Schüler, die der Lehrer geschlagen und an den Haaren gerissen haben soll.

Das Verfahren war zuvor vertagt worden, weil ein psychologisches Gutachten die Glaubwürdigkeit der Schüler klären sollte. Die Verletzungen der Kinder - Beulen und Hautabschürfungen - passten einfach nicht mit dem geschilderten Hergang zusammen.

Die Buben hatten vergangenen November in der Schultoilette mit nassen Klopapierrollen herumgeschossen, der Klassenvorstand forderte, dass sie die Räume wieder putzen sollten. Die Staatsanwaltschaft Krems warf dem Lehrer vor, einen Schüler durch mehrere Schläge ins Gesicht verletzt zu haben. Außerdem soll er ihn an den Haaren gepackt und mit dem Kopf gegen die Wand geschleudert haben. Der Schüler soll dabei eine Beule auf dem Kopf erlitten haben. Gleich am darauffolgenden Tag soll der Lehrer einen anderen Schüler an den Haaren gezogen haben. Dieser gab an, eine Beule und Hautabschürfungen erlitten zu haben.

Am Mittwoch lag das Gutachten dann vor: Die Kinder hätten massive Probleme und würden es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Laut dem Urteil vom Mittwoch hat der Lehrer die Kinder - wie behauptet - nicht geschlagen.

Der Pädagoge hatte, wie die Richterin Journalisten nach der Verhandlung erläuterte, weiter unterrichtet, die beiden Schüler aber nicht mehr in der Klasse gehabt. Strafrechtlich gebe es keine Konsequenzen für die Elfjährigen.

Prozessauftakt war bereits im Juni. Damals wurde der Prozess vertagt, weil kinderpsychologische und medizinische Gutachten in Auftrag gegeben wurden, die am Mittwoch präsentiert werden. Dem Lehrer drohen wegen des Vorwurfes der vorsätzlichen Körperverletzung bis zu eineinhalb Jahre Haft.

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