Salzburg

Gelähmter im Spitalsbett vor Gericht – 7 Jahre Haft

Ein IT-Profi wollte einen Arzt töten - als dies misslang, sprang er in die Tiefe. Nun "liegt" der schwer Verletzte in einem Krankenbett vor Gericht.
Clemens Pilz
23.06.2023, 08:59
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Ein ehemaliger Spitalsmitarbeiter ist in Salzburg wegen versuchten Mordes an einem Arzt angeklagt. Der 41-Jährige fand am Handy seiner Frau Fotos und Nachrichten, die auf eine Affäre mit dem Mediziner hinwiesen. Daraufhin sah der IT-Techniker Rot. Er lauerte dem Mann auf dem Parkdeck des Uniklinikum Salzburg mit mehreren Küchen- und Wurfmessern auf. Auch ein Schwert befand sich im Auto des Angeklagten.

Allerdings traf der Verdächtige dort nicht wie erwartet den Nebenbuhler an, sondern die Polizei. Denn der Eifersüchtige hatte seiner Tante kurz davor eine Metallkassette gegeben - mit der Bitte, sie erst aufzumachen, wenn er tot sei. Diese hörte nicht auf ihren Neffen, öffnete das Behältnis und fand darin ein Schreiben, in dem der Deutsche den Mord und seinen Suizid ankündigte. Die Tante alarmierte sofort die Polizei.

Nach Suizidversuch schwer verletzt

Beamten fanden den Flachgauer schließlich im Parkhaus, wo er mit diversen Klingen bewaffnet auf den Arzt wartete. Als er die Polizisten sah, stieg der Mann aus und sprang sofort aus dem vierten Stock des Gebäudes. Er trug dabei schwere Verletzungen davon und überlebte mit einer Querschnittslähmung.

Nach Aufenthalten auf diversen Intensiv- und Gefängniskrankenstationen, musste sich der Salzburger am Donnerstag vor dem Landesgericht verantworten. Die Mediziner hatten zugestimmt, ihn in seinem Bett teilnehmen zu lassen, sofern nach 90 Minuten eine längere Pause eingelegt wird.

Hilfe bei Suizidgedanken und in Lebenskrisen leistet die Telefonseelsorge unter der Nummer 142

Bei einem Schuldspruch musste der IT-Techniker mit einer Strafe von bis zu 20 Jahren Haft rechnen. Wegen außerordentlicher Strafmilderung wurden es letztlich nur sieben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. 

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