Die kriminelle Karriere eines 22-Jährigen hatte 2016 als Drogendealer in Wien begonnen, nach acht Verurteilungen saß er am Donnerstag erneut auf der Anklagebank, diesmal wegen Mordversuchs an einem Häftling (34) in der Justizanstalt Stein (Krems).
Der 22-Jährige soll laut Anklage mit einer Rasierklinge einen Tunesier (34) am Hals und Kopf schwer verletzt haben. Beim Prozess plädierte die Anwältin auf Notwehr: "Mein Mandant wurde vom Tunesier sexuell attackiert, er hat sich nur gewehrt", so die Advokatin.
Denn eine Rasierklinge habe der Angeklagte schließlich in der Justizanstalt Stein immer im Mund: "Und in der Not habe ich auf diese zurückgegriffen", so der Angeklagte, der sichtlich müde wirkte.
Schließlich kippte der 22-Jährige vor Gericht immer wieder weg, die Richterin fragte: "Kann er der Verhandlung überhaupt folgen?" Der Angeklagte hatte drei Tage nichts geschlafen und war auf Drogenentzug. Die Richterin vertagte schließlich den Prozess. Es gilt die Unschuldsvermutung.