Angela Merkel wegen Corona "kurz davor aufzugeben"

Auch in Deutschland werden die Kontaktverbote gelockert. Die Bundesliga darf ab 15. Mai starten. Kanzlerin Angela Merkel einigte sich mit den Regierungschefs der Länder, doch die Verhandlungen waren ein Nervenkrimi. Wie die Kanzlerin laut Teilnehmern meinte, war sie "kurz davor aufzugeben."

Die Verhandlungen in Deutschland um die neuen Corona-Regeln waren wohl eine zähe Angelegenheit. Die Kanzlerin Angela Merkel einigte sich mit den Regierungschefs der Länder auf erste Lockerungen der Kontaktverbote. Auch die Bundesliga darf am 15. Mai starten.

Sitzung dauerte viereinhalb Stunden

Merkel sei "kurz davor aufzugeben", berichteten Teilnehmer. Die 16 Länderchefs ließen offenbar nicht so schnell locker und hielten lange Reden. Die Videokonferenz dauerte viereinhalb Stunden.

Erst nach langem Ringen fand sich der Kompromiss. Ab sofort dürfen sich nun alle Personen eines Haushalts mit allen Personen eines weiteren Haushalts treffen. Zu Hause, aber auch in der Öffentlichkeit. Bisher war dies nur auf eine Person beschränkt. Grillabende mit Freunden aus einem anderen Haushalt sind also wieder erlaubt.

Plan für Obergrenzen gescheitert

Merkel wollte ursprünglich Kriterien für einen möglichen zweiten Lockdown aushandeln, dies sorgte für viele Diskussionen. Die Kanzlerin forderte eine Obergrenze für Neu-Infektionen, bei der betroffene Landkreise sofort dichtmachen müssen.

Wenn ein Landkreis innerhalb von sieben Tagen 50 oder mehr Neu-Infizierte auf 100.000 Einwohner zu verzeichnen hat, müssen wieder Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in Kraft treten, Schulen und weite Teile des Einzelhandels schließen.

Doch für diesen Vorschlag kam viel Widerstand von den Ländern. Es sei nicht möglich Großstädte abzuriegeln, lautete ein Kritikpunkt. Merkels Plan scheiterte. Die Länder können selbst entscheiden, wie sie reagieren.

Eine Stunde über Bundesliga diskutiert

Die neuen Regeln für das Treffen zweier Haushalte sorgten ebenfalls für lange Diskussionen, über die Bundesliga wurde ebenfalls eine Stunde debattiert.

"Alles in allem haben wir eine sehr konstruktive Diskussion gehabt, angesichts der föderalen Vielfalt nicht verwunderlich, dass es da durchaus auch unterschiedliche Akzente immer gibt", gab sich Merkel danach doch positiv.

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