Merkel und Putin sprechen über Krisenherde

Wladimir Putin ist nach seinem kurzen Abstecher zur Hochzeit von Außenministerin Kneissl nach Berlin gereist. Dort traf er Kanzlerin Angela Merkel.

Zum zweiten Mal innerhalb von gut drei Monaten kamen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin an diesem Samstag zu einem Gespräch über die Konflikte in Syrien und der Ostukraine zusammen. Weiteres Thema bei dem Treffen auf Schloss Meseberg bei Berlin ist der Streit mit den Nachbarländern über die Gas-Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland sein.

Gleich zu Beginn des Treffen hatte Merkel Berichten zufolge die gemeinsame Verantwortung für die Lösung von Krisen betont. Sie sei jedenfalls zu einer Zusammenarbeit mit Russland bereit.

Was die Konflikte in der Ostukraine anbelangt, so hoffe Merkel auf Bewegung. Sie will Putin eine Stationierung von UNO-Blauhelmen zur Überwachung eines Waffenstillstands vorschlagen. Deutschland möchte gemeinsam mit Frankreich zwischen der Ukraine und Russland vermitteln.

Putin ließ wissen, dass er auf europäische Hilfe beim Wiederaufbau in Syrien hofft. "Es ist wichtig, die humanitäre Komponente des syrischen Konflikts auszuweiten, vor allem humanitäre Hilfe für das syrische Volk", so der russische Staatschef vorab. U.a. sei es nötig, die Wasserversorgung wiederherzustellen und ärztliche Dienste zur Verfügung zu stellen.

Zeichen der Entspannung mit Deutschland

Merkel und Putin hatten sich erst Mitte Mai im russischen Badeort Sotschi am Schwarzen Meer getroffen. Anschließend hatte Merkel Ende Juli den russischen Außenminister Sergej Lawrow und Generalstabschef Waleri Gerassimow in Berlin empfangen – ein ungewöhnlicher Vorgang. Dass jetzt schon wieder ein bilaterales Treffen stattfindet, wird als Zeichen der Entspannung gesehen. Die Beziehungen waren seit der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim vor vier Jahren schwer angeschlagen.

Es ist der erste bilaterale Besuch Putins in Deutschland seit 2014. Danach kam der russische Präsident nur noch zu zwei Gipfeltreffen, an denen auch andere Länder teilnahmen: zum G-20-Gipfel in Hamburg 2017 und zu einem Ukraine-Gipfel in Berlin 2016.

Besuch in der Südsteiermark

Unmittelbar vor seinem Besuch bei Merkel war Putin bei der Hochzeitsfeier von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) in der Südsteiermark zu Gast. Dort verbrachte der Kreml-Chef etwa eine Stunde, brachte der Ministerin einen Don-Kosaken-Chor als Gastgeschenk mit und schwang sogar das Tanzbein, bevor es weiter nach Deutschland ging. (red)

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