Angriff auf Moschee war versuchter Terroranschlag

Ein schwer bewaffneter Mann hat in Norwegen einen Angriff auf eine Moschee verübt. Die Polizei hat die Tat nun als "versuchten Terroranschlag" eingestuft.
Ein Mann ist am Samstag in der Stadt Baerum, einem Vorort von Oslo, mit einem Gewehr bewaffnet in eine Moschee gestürmt und hat dabei einen Gläubigen verletzt. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich drei Menschen in der Al-Nour-Moschee. Der mutmaßliche Täter konnte von einem Besucher überwältigt werden. Er wurde festgenommen.

Laut Polizei handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen jungen Norweger. Der Mann habe einen Helm, eine kugelsichere Weste und eine Uniform getragen. Er habe eine Scheibe eingeschlagen, bevor er das Feuer eröffnete, erklärte Irfan Mushtaq, der Leiter des Gotteshauses dem Sender TV2.

Festgenommener unter Mordverdacht



CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Wenige Stunden nach der Tat wurde in der Wohnung des mutmaßlichen Täters in Baerum die Leiche einer Frau gefunden. Bei ihr soll es sich um die Stiefschwester des jungen Norwegers handeln, wie die Polizei bekannt gab. Die Beamten leiteten Ermittlungen wegen Mordes ein.

Der junge Mann ist laut Polizeiangaben knapp über 20 und habe in der Nähe der Moschee gewohnt. Über das Motiv des Angreifers ist derzeit noch nichts bekannt. Die Polizei hat Tat aber als "versuchten Terroranschlag" eingestuft. Der Tatverdächtige verweigerte in einer ersten Vernehmung am Sonntag die Aussage, wie die Polizei mitteilte.

Seine Internet-Aktivitäten in sozialen Netzwerken und Online-Foren wurden bereits überprüft. Wie der Sender TV2 berichtet, soll sich der Verdächtige wohlwollend über den Terroranschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch geäußert haben. Der mutmaßliche Täter vertrete offenbar rechtsextreme und ausländerfeindliche Ansichten, erklärte der leitende Ermittler Rune Skjold.

Regierungschefin Erna Solberg verurteilte die Tat auf Twitter: "Der Besuch von Moscheen, Kirchen und anderen Gotteshäusern sollte sicher sein."

Erhöhte Polizei-Präsenz



Die Polizei in Oslo wolle nun am Sonntag die Sicherheitsvorkehrungen vor Moscheen erhöhen. An diesem Tag beginnt für mehr als eine Milliarde Muslime weltweit das Opferfest Eid al-Adha - das wichtigste Fest überhaupt im Islam.

Im Juli 2011 kam es in Norwegen zu einem der schwersten rechtsextremen Anschläge der Geschichte. Der Rechtsextreme Anders Behring Breivik tötete damals bei einem Bombenanschlag in Oslo acht Menschen. Weitere 69 Menschen erschoss er auf der Insel Utöya, darunter viele Jugendliche. (red)

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