Angst vor Plünderungen: Ausgangssperre verhängt

US-Präsident Donald Trump sicherte den Hurrikan-Opfern in Texas finanzielle Hilfe zu. Währenddessen kämpft Houston mit Plünderern.

Bei seinem Besuch im Katastrophengebiet sagte Präsident Trump die Hilfe für die Menschen in Texas und Louisiana werde "sehr kostspielig", ohne jedoch genaue Summen zu nennen.

Er werde mit dem Kongress zusammenarbeiten, um ein Rettungspaket zu schnüren und die Folgen von Hurrikan Harvey" zu beheben. "Ich denke, wir werden die richtige Antwort finden." Aber womöglich habe es noch nie größere Schäden in der Geschichte des Landes gegeben, so Trump in Austin.

Vor allem die Öl-Metropole Houston versinkt wegen des anhaltenden Starkregens im Wasser. Mindestens zwölf Menschen haben durch die Naturkatastrophe ihr Leben verloren.

Aus Angst vor Plünderungen hat Sylvester Turner, der Bürgermeister der überschwemmten US-Metropole eine nächtliche Ausgangssperre verhängt: "Ich verhänge eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 7 Uhr, um Übergriffe auf das Eigentum in den verlassenen Häusern zu verhindern". Gerüchteweise sollen sich Männer als Polizisten verkleiden, und die Bewohner auffordern ihre Häuser zu verlassen. Tun sie das, würden sie deren Häuser ausräumen.

Überflutungen

Nach einem Dammbruch am südlichen Stadtrand von Houston forderten die Behörden am Dienstag Anwohner zur sofortigen Evakuierung auf. "Sofort raus jetzt!!", schrieb die Verwaltung des Kreises Brazoria auf Twitter. Der Damm an den Columbia-Seen habe unter dem Druck der Wassermassen nachgegeben.

Unterdessen wurden Anwohner einer im Überschwemmungsgebiet liegenden Chemiefabrik in Sicherheit gebracht. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilten die Behörden mit.

Angst vor Giftwolke

Der französische Konzern "Arkema", dem die Fabrik in Harris County gehört, erklärte, die Anlage sei überflutet worden.

Es sei möglich, dass die Chemikalien durch eine Reaktion einen Großbrand mit einer riesigen Rauchwolke auslösen könnten. Wie giftig diese Wolke sein würde, teilte der Konzern nicht mit. In der Fabrik werden organische Peroxide produziert.

Die Gefahr durch Harvey ist in Texas noch lange nicht gebannt: Der Sturm, der am Freitag als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie in Texas auf Land getroffen und später zum Tropensturm herabgestuft worden war, drehte wieder um und hält sich derzeit an der Golfküste. Dort nimmt Harvey neuen Regen auf und droht am Mittwoch erneut auf Land zu treffen.

Harvey brachte auch in der Nacht zum Dienstag große Regenmengen in den Südosten von Texas, wie der Nationale Wetterdienst am frühen Morgen mitteilte. Im Tagesverlauf sollte der Sturm leicht ostwärts wandern und damit auch Louisiana erreichen. An einigen Stellen werden bis zu 127 Zentimeter Regen erwartet.

New Orleans

Auch im Nachbarstaat Louisiana werden in den kommenden Tagen heftige Ausmaße befürchtet. In New Orleans sollten Schulen und Behörden am Dienstag geschlossen bleiben, wie die Verwaltung der größten Stadt des US-Bundesstaates anordnete.

Bürgermeister Mitch Landrieu empfahl den Bewohnern, ihr Haus nicht zu verlassen. Er riet, Essen, Trinken und Medikamente für mindestens drei Tage vorrätig zu haben.

Nach Angaben von Meteorologen ist Harvey der zweitstärkste Wirbelsturm seit Katrina vor zwölf Jahren die Gegend um New Orleans schwer in Mitleidenschaft zog. (red)

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