Der Allgemeinmediziner Thomas Unden wurde einst durch eine ATV-Realityserie bekannt. Auf Facebook ließ er sich offenbar auch zu rechten Sagern hinreißen.
Der Wiener Arzt Thomas Unden muss sich wegen NS-Wiederbetätigung vor einem Geschworenen-Gericht verantworten. Er war einst durch die ATV-Serie "Das Geschäft mit der Liebe" bekannt geworden. Später sorgte er für Aufsehen, als er öffentlich erklärte, er werde keine Asylwerber medizinisch zu behandeln.
Der Prozess, bei dem es unter anderem um diverse Facebook-Postings geht, soll am 14. März am Wiener Straflandesgericht stattfinden, wie der "Kurier" berichtet. Die Ermittlungen gegen ihn waren zunächst durch seine Aussage, keine Asylwerber zu behandeln, in Gang gekommen.
Verfassungsschutz durchsuchte Datenträger
Unden wurde daraufhin beim Disziplinarrat der Ärztekammer angezeigt und erhielt Berufsverbot – gegen das er noch immer ankämpft. Dann geriet er ins Visier des Verfassungsschutzes, der ihm einen Hausbesuch abstattete und Laptop sowie Datenträger beschlagnahmte.
Motto der SS gepostet
Der ehemalige Grünen-Abgeordnete Karl Öllinger erstattete zudem Anzeige wegen Wiederbetätigung. Unter anderem soll Unden Adolf Hitler gedankt und die Nürnberger Prozesse gegen NS-Verbrecher geleugnet haben. Dieser dementiert, steht aber zu einem Posting, das "Meine Ehre heißt Treue" lautete. Diesen Wahlspruch der SS bezeichnet der Mediziner als "ein hoch humanistisches Ideal". Die übrigen Beiträge seien das Werk von Hackern. (red)