"Meine Jungs werden euch auf offener Straße erschießen"

Die Polizei nahm den Mann in seiner Wohnung fest.
Die Polizei nahm den Mann in seiner Wohnung fest.Bild: Helmut Graf/Symbolbild
Ein vermeintlicher Anlageberater verlangte immer wieder Geld von einem jungen Pärchen, drohte sogar damit, ein Mordkommando zu schicken.

Es ist eine Geschichte wie aus einem schlechten Film. Ein 40-jähriger Mann und seine 30-jährige Freundin aus dem Bezirk Ried trafen sich immer wieder mit einem 21-Jährigen und seiner 19-jährigen Lebensgefährtin, die im selben Mehrparteienhaus wohnen.

Anfang August 2021 suchte der 40-Jährige das Pärchen wieder einmal in ihrer Wohnung auf und stellte ihnen eine lukrative Geldanlage mit einer hohen Gewinnausschüttung in Aussicht.

Der 21-Jährige übergab ihm rund 5.000 Euro. Doch der "Anlageberater" stellte immer wieder neue Geldforderungen.

Geld für Kokain verwendet

Als der 21-Jährige und seine Lebensgefährtin keine weiteren Zahlungen mehr leisten wollten und sie Zweifel an der Geldveranlagung hegten, behauptete der 40-Jährige, er habe mit dem Geld zwei Kilogramm Kokain erworben. Ein Ausstieg sei jetzt nicht mehr möglich, da ansonsten das Geld verloren sei.

Der vermeintliche Anlageberater drohte, die Hintermänner der Suchtgiftorganisation zu informieren. Ab diesem Zeitpunkt verschärfte der 40-Jährige seine Vorgehensweise und nötigte die beiden immer häufiger und in kürzeren Intervallen zu Bargeldübergaben.

 Seine Drohungen unterstrich der Mann  damit, dass er anderenfalls die Hintermänner der Suchtgiftbande aktivieren werde. "Meine Jungs werden euch auf offener Straße erschießen". "Die haben keine Skrupel, die erschießen euch und vergraben euch irgendwo", soll er gedroht haben.

Der 21-Jährige und seine Lebensgefährtin verließen aus Angst vor der Drogenmafia kaum mehr die Wohnung und erfüllten die Geldforderungen bedingungslos. Das Pärchen zahlte insgesamt etwa 30.000 Euro und wendete sich dann doch an die Polizei.

Der 40-Jährige wurde am 27. November 2021 gegen 22 Uhr von Kriminalbeamten der PI Ried im Inkreis mit Unterstützung des LKA OÖ zufolge einer Festnahmeanordnung von der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis in der Wohnung der 30-Jährigen festgenommen. Er zeigte sich geständig, den 21-Jährigen und die 19-Jährige durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, zu Geldzahlungen genötigt zu haben.

Alles nur erfunden

Den Ankauf von Kokain sowie die ins Spiel gebrachten Handlanger der Drogenbande habe er frei erfunden. An die Morddrohungen konnte er sich nicht erinnern. Der 40-Jährige wurde am 28. November 2021 über Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis in die Justizanstalt Ried im Innkreis überstellt.

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