Anschlag von Breivik-Fan in Polen verhindert

Bild: Handout . / Reuters

Der 45-jährige Brunon K. wurde in Polen wegen bereits weit gediehenen Vorbereitungen für einen Bombenanschlag gegen hohe polnische Staatsfunktionäre festgenommen. Nationalistische und antisemitische Motive sollen den bekennenden Fan von Oslo-Attentäter Anders Behring Breivik zu der Tat verleitet haben.

Brunon K. bewunderte Oslo-Attentäter Anders Behring Breivik, hatte wie dieser einen Bombenanschlag. Dem polnischen Geheimdienst gelang es allerdings, den bereits im Detail geplanten Anschlag zu vereiteln und einen zweiten "Fall Breivik" zu verhindern. Vier angeworbene Personen dürften aber noch auf freiem Fuß sein.

Der polnische Inlandsgeheimdienst (ABW) nahm Brunon K. am 9. November fest. Ihm droht eine Strafe von fünf Jahren Haft. Er habe die Vorwürfe zunächst abgestritten, dann aber ausgesagt, hieß es. Ziel des Attentats sollte laut Krason das Gebäude des polnischen Unterhauses (Sejm) sein. Für den besten Zeitpunkt für die Tat hielt der Verdächtige demnach die Parlamentsdebatte zum Staatsbudget, an der sich immer der Staatspräsident, der Ministerpräsident und die Minister beteiligen, die er nach eigenen Angaben als "fremd" betrachtet.

Verdächtiger warb vier Helfer an

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen promovierten Mitarbeiter der Agraruniversität in Krakau. Laut Staatsanwaltschaft versuchte er, eine bewaffnete Gruppe zu organisieren, die Sprengladungen anbringen sollte. Es gelang ihm demnach, vier Personen anzuwerben. Bei den Vorbereitungen zu dem Attentat habe Brunon K. die direkte Umgebung des Parlamentsgebäudes genau ausgekundschaftet. Bei dem geplanten Bombenanschlag wollte er demnach vier Tonnen Sprengstoff in einem Wagen zur Detonation bringen. Zuvor habe der Verdächtige bereits eine Probeexplosion durchgeführt, so die Staatsanwaltschaft.

Auf Auftrag der Staatsanwaltschaft führte die ABW landesweite Durchsuchungen durch, bei denen Sprengstoffe, Zünder, mehr als zehn Stück Waffen und 1.100 Stück verschiedener Munition sichergestellt wurden. Unter den beschlagnahmten Sachen befanden sich auch schusssichere Westen und Sturmhauben.

Breivik-Spur führte zu Brunon K.

Ausgerechnet Ermittlungen zum Fall des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik haben nach Aussagen des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk erste Spuren erbracht, die nun zur Festnahme führten. Tusk wies bei einer Pressekonferenz am Dienstag darauf hin, dass der Verdächtige seine Faszination für Breivik offen zugegeben habe. Breivik soll einige Komponenten für Sprengstoffe in Polen gekauft haben. "Es ist ein Warnzeichen, dass wir die Sprache der Aggression in der öffentlichen Debatte meiden sollen, weil sie ein solches Verhalten fördert", sagte der polnische Premier.

Die größte Oppositionspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) kritisierte bei einer Pressekonferenz die Tätigkeit der Staatsanwaltschaft und des Inlandsgeheimdienstes (ABW). Der PiS-Abgeordnete Marek Opiola, der auch Mitglied des Ausschusses für Geheimdienste ist, stellte die Frage, warum die Ermittler eine Pressekonferenz veranstaltet hätten, wenn andere Personen, die in die Affäre verwickelt seien, immer noch frei seien. Er spielte damit auf jene vier Personen an, die der festgenommene 45-Jährige zur Zusammenarbeit angeworben haben soll.

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