Anschober gibt Impfstoff-Update für Österreich

Gesundheitsminister Rudolf Anschober wird am Freitag erneut vor die Presse treten.
Gesundheitsminister Rudolf Anschober wird am Freitag erneut vor die Presse treten.GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Am Freitag wird Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ein Update über den Impf-Status Österreichs geben. Auch zwei Expertinnen kommen zu Wort. 

Nachdem er schon am Donnerstag in einer Pressekonferenz Rede und Antwort stand, tritt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag erneut vor die Presse. Anlässlich des Österreichischen Impftages 2021 informiert er gemeinsam mit Ursula Wiedermann-Schmidt, wissenschaftliche Leiterin des Österreichischen Impftags und Maria Paulke-Korinek, Leiterin der Impfabteilung im Gesundheitsministerium, über den Stand der verfügbaren Impfstoffe, über aktuelle Erfahrungen zum Thema Verträglichkeit und Wirkung der Corona-Schutzimpfung und geplante Logistik-Ausrollung.

Dabei wird Anschober über die Stimmungslage zur Impfung in Österreich informieren, Wiedermann-Schmidt wird über Eckpunkte zum Österreichischen Impftag berichten, Paulke-Korinek wird die wichtigsten Fragen zu Wirkung und Einsatzgebiete der Impfung beantworten. 

Anschober am Wort

Seit einigen Tagen sei man in Österreich mit rund 1.500 Neuinfektionen konstant bei den Corona-Zahlen. Der Reproduktionsfaktor liege aktuell bei 0,87. Das nächste Ziel sei, diesen Wert auf 0,7 zu drücken. Das würde eine Halbierung der Neuinfektionen pro Woche bedeuten, führt Anschober aus. Auch bei den Todesfällen gebe es eine positive Entwicklung zu berichten. Dieser Wert soll noch besser werden, wenn die Impfung in breitem Ausmaße angelaufen sein wird. Ein Problem sei die Mutation, von der eine erhöhte Ansteckungsgefahr ausgeht. 

Die Impf-Nachfrage in den Pflegeheimen würde steigen, teilweise müssten nun neue Termine koordiniert werden. Dies, weil sich mehr und mehr Leute für die Impfung entscheiden würden. Bis gestern Abend wurden in Österreich 162.000 Impfungen verabreicht. Das Tempo in Österreich sei abhängig von den Zulassungen der Impfstoffe und der Lieferungen und Liefermengen, erklärt Anschober. Anschober geht davon aus, dass der AstraZeneca-Impfstoff am 29. Jänner in der EU zugelassen wird.

Mit diesem Hersteller habe Österreich einen Vorvertrag von 5,9 Millionen Dosen, bei Biontech sind es sogar deutlich mehr. Die Organisation für Impfungen soll bei den Ländern liegen, diese haben schon bei den Massentests bewiesen, dass sie dazu fähig sind. Schon im zweiten Quartal sollen in Österreich acht Millionen Impfdosen verimpft werden können. Wie schon bereits am Donnerstag hält Anschober fest, dass sich die Stimmung in Österreich zugunsten einer Impf-Bereitschaft gewandelt habe, eine "sehr positive" Sache, so der Grünen-Politiker. 

Bevölkerung vertraut den Ärzten

Nun ist Ursula Wiedermann-Schmidt am Wort. Sie geht auf die Impf-Logistik ein. Wichtig sei, zu gewährleisten, dass Risikogruppen zuerst geimpft werden. Eine entsprechende Strategie sei schon im Herbst erarbeitet worden. Die Medizinerin weiß, dass es sich bei der Thematik um ein sehr polarisierendes handelt. Deswegen sei es wichtig, die Bevölkerung zu informieren. Aus Studien wisse man, dass die Bevölkerung Informationen zur Impfung am liebsten vom Arzt erhält. Das Gesundheitspersonal nehme diese verantwortungsvolle Aufgabe stets wahr. Der Impftag (in Österreich stets der dritte Samstag im Jänner) stehe in diesem Jahr "ganz klar" im Fokus der Corona-Schutzimpfung. 

Die Frage, ob die Impfstoffe auch bei den Mutanten wirken, beschäftige die Wissenschaft laufend. Ersten Erkenntnissen zufolge kann diese Frage bejaht werden. Dies gilt sowohl für die "britische" als auch die "südafrikanische" Virus-Mutation. Die Frage wird die Forschung aber auch weiterhin begleiten, ist sich Wiedermann-Schmidt sicher. 

"Impfstoffe sind hochwirksam"

Als dritte Rednerin wurde nun Maria Paulke-Korinek ans Pult gebeten. Bezüglich der Effektivität des Wirkstoffs kursierten derzeit unterschiedliche Zahlen. Bei diesen statistischen Größen handle es sich um Stich-Proben-Ergebnisse. Mit den momentan vorliegenden Zahlen sei es nicht möglich, die Impfstoffe 1:1 mit einander zu vergleichen. Das könne man mit den aktuell bekannten Zahlen nicht machen. Was klar sei: Jeder der momentan zugelassen Impfstoffe sind "hochwirksam und effektiv". Dies sei auch eine Voraussetzung für die Zulassung von kommenden Impfstoffen. 

Als zweiten Punkt geht die Expertin auf die Nebenwirkungen ein. Diese seien, wie bei jedem Medikament, auch hier zu erwarten. Etwa Rötungen an der Einstichstelle. Auch Kopfweh und Fieber können auftreten. Was Langzeitfolgen betrifft gilt: Die Erfahrungen sind begrenzt, aber die Impfstoffe seien schon monatelang in Testung. Sollten Autoimmun-Erkrankungen auftreten, würde dies bereit sechs bis sieben Wochen nach der Verabreichung auftreten. Bislang gebe es keine Hinweise, dass die Impfung dazu führen würden. "Zu 100 Prozent kann man das allerdings nie ausschließen". 

Personen mit Allergien können geimpft werden, diese müssen allerdings dem impfenden Arzt mitgeteilt werden. Außerdem sollten diese Personen 30 Minuten zur Nachschau anwesend bleiben. Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit gibt es keine. Es sei "medizinisch gar nicht erklärbar, wie das funktionieren soll", so Paulke-Korinek. 

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