"Sehr optimistisch, dass es in Österreich zu keiner zweiten Welle kommen wird" zeigt sich Anschober gegenüber der "Tiroler Tageszeitung". Sollte die Infektionskurve regional ansteigen, werde man "mutig" dagegenhalten und gleichzeitig werde man auch versuchen, die Grippefälle "deutlich" zu reduzieren. Eine Impfpflicht sei damit aber nicht gemeint, der Gesundheitsminister wolle auf Überzeugungsarbeit setzen.
Wenn die zweite Welle tatsächlich ausbleibt, soll es nach dem Sommer weitere Öffnungsschritte geben. Dazu zähle ein "gewohnter Alltag" in Schulen und Unis sowie großteils auch im Kulturbetrieb. Großveranstaltungen allerdings seien weiterhin "schwierig". Anschober sagt aber auch, dass es "kritische" Situationen im Spätherbst geben könnte und man dabei schnell und effektiv handeln werde, sobald man Infektions-Cluster erkenne.
„"Absolut gesprächsbereit"“
Zusätzlich kündigte Anschober in der Ö1-Sendung "Im Journal zu Gast" österreichweite Screeningmaßnahmen an. Man analysiere dabei riskante Firmenstrukturen wie jene bei den Infektionsfällen der Post und werde dort die Testungen verstärken. Gleichzeitig dürfe aus der Coronakrise keine Sozialkrise werden. Die Regierung arbeite an einem "großen und mutigen Konjunkturpaket", er selbst zeigte sich als Sozialminister bei einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes "absolut gesprächsbereit".
"Ich gehe davon aus, dass wir da in den nächsten vier, fünf Wochen zu einer Lösung kommen, mit einem Handlungsvorschlag für jene Menschen, die in Arbeitslosigkeit sind, damit deren Lebenssituation verbessert wird", so Anschober. Auch suche man nach einer technischen Lösung, die Grenze nach Italien zumindest regional öffnen zu können. Vielerorts sei die Situation aber weiter bedenklich: "Das Virus ist nicht auf Urlaub, es ist noch da."