Ansfeldener Bürgermeister: Rätselraten um Motiv

Nach dem Selbstmord des Bürgermeisters von Ansfelden bei Linz, Walter Ernhard, rätseln die Bürger und Kollegen der Gemeinde über die Gründe der Tat. Der 56-Jährige galt als beliebter und lebenslustiger Mensch. Persönliche Beleidigungen und gesundheitliche Probleme haben Ernhard in letzter Zeit aber zugesetzt.
Anfang Februar hatte der Bürgermeister ein Paket erhalten, in dem sich eine Pralinenschachtel mit zwei toten Mäusen befand. In einem beigelegten Brief machte der Absender Ernhard unter anderem für Ansfeldens schlechte Finanzlage verantwortlich. Dieser zeigte sich damals menschlich tief verletzt. "Der Wertewandel, in dem wir uns momentan befinden, macht vor nichts Halt", sagte er.

"Dich mach ich fertig"

15 Jahre war Walter Ernhard in Ansfelden Bürgermeister. Unter Freunden galt er als beliebt, aber auch als zu gutmütig. Der SPÖ-Politiker habe sich um alles angenommen. In den vergangenen Wochen war er gesundheitlich angeschlagen, vor allem aber seelisch, wie Freunde sagen. Eine Plakataktion gegen ihn - auf der zu lesen war: "Bürgermeister, treten Sie zurück", habe Ernhard schwer getroffen. Auch von einem Ausspruch eines Gemeinderatsmitglieds, der zu dem SPÖ-Bürgermeister sagte: "Dich mach' ich fertig".

Neuer Bürgermeister frühestens in drei Monaten

In der SPÖ Oberösterreich herrscht tiefe Betroffenheit über das plötzliche Ableben des Stadtoberhaupts. "Es ist tragisch, dass er aus dem Leben geschieden ist", erklärte Landesgeschäftsführer Christian Horner in einer ersten Reaktion. Die Amtsgeschäfte führt vorläufig Ernhards Parteikollege Vizebürgermeister Karl Pichler. Nach dem plötzlichen Tod von Ernhard muss in Ansfelden ein neues Stadtoberhaupt gewählt werden. Das dürfte frühestens in drei Monaten erfolgen.

APA/red.
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