Heute vor einer Woche waren wir auf der jährlichen Polizeiwallfahrt nach Mariazell. Etwa 1.000 aktive und pensionierte Polizisten, zum Teil mit ihren Ehepartnern, haben in einem bewegenden Gottesdienst, den ich leiten durfte, Gott dafür gedankt, dass im vergangenen Jahr kein Mitglied der Exekutive in der Ausübung seines Dienstes ums Leben gekommen ist.
Fünf Tage später das Drama von Annaberg. Drei Polizisten und ein ehrenamtlicher Sanitäter wurden Opfer eines kaltblütig schießenden Wilderers, der sich schließlich selbst umbrachte. Wir trauern um Roman Baumgartner, Johann Dorfwirth, Johann Ecker und Manfred Daurer. Wir nehmen Anteil am Schmerz und Leid der Familien der Getöteten und sprechen ihnen unser tiefstes Mitgefühl aus. Und betroffen stellen sich viele die Frage: Was geht in einem Menschen vor, der zu solchen Morden fähig ist? Was hat sich da an Hass und Menschenfeindlichkeit in Hirn und Herz dieses Mannes angesammelt, dass es zu einem solchen Ausbruch an Gewalttätigkeit kommen konnte?
Der erschütternde Tod der drei Polizisten sowie des ehrenamtlichen Sanitäters erinnert uns daran, wie aufopferungsvoll der Dienst von Polizisten und Sanitätern ist. In ihrem täglichen Einsatz sind sie bereit, ihr Leben für ihre Mitmenschen einzusetzen. Seit dem Jahr 2000 haben 25 Polizisten ihr Leben gelassen. 246 Beamte wurden in den letzten zehn Jahren schwer verletzt. Die Tragödie von Annaberg ist Anlass, ihrer aller zu gedenken und allen in der Exekutive und den Rettungsdiensten für ihren Einsatz zu danken. Am Montag, 1. Oktober, um 19 Uhr werden wir in einem Gottesdienst im Stephansdom für die Opfer und ihre Familien beten. Herzliche Einladung an alle, mitzubeten.