Antworten von Kardinal Christoph Schönborn: Gerechte...

Zwei Meldungen der letzten Tage stimmen hoffnungsvoll, eine dritte bereitet hingegen Sorgen. Die erste: Die Inflationsrate ist im August so niedrig gewesen, wie schon lange nicht (1,8 Prozent). Die zweite: Die Konjunktur zieht wieder an. Es geht leicht aufwärts.

Die dritte: Und dennoch steigt die Zahl der Arbeitslosen: 335.661 im September, 14 Prozent mehr als vor einem Jahr. Es geht also besser, aber bei Weitem nicht allen! Die Wirtschaft erholt sich, aber der Arbeitsmarkt nicht. Genauer gesagt: Es gibt auch einen neuen Beschäftigungsrekord: 3,5 Millionen hatten im September Arbeit, davon fast eine Million in Teilzeit. Österreich hat nach EU-Berechnung die geringste Arbeitslosenquote in Europa.

Aber die Einkommensschere klafft immer weiter auseinander. Immer weniger Menschen haben sichere Arbeitsplätze. Die Zahl der sogenannten "prekären" Arbeitsverhältnisse nimmt stark zu, besonders für junge Menschen, aber auch für Ältere. Und noch schwieriger ist es für Menschen mit weniger fundierter Ausbildung. Österreich steht im internationalen Vergleich aber gut da. In Griechenland liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei über 60 Prozent, in Italien bei 40 Prozent.

Die neue Bundesregierung wird keine Wunder wirken können, aber sie wird sorgfältig auf eine gerechte Verteilung der Lasten zu achten haben. Und wir alle sind herausgefordert, ein Mehr an Solidarität mit denen zu leben, die am unteren Rand des Wohlstandes leben. Denn dieser Rand wächst zurzeit zu schnell.

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