Seit einem Monat harren rund 40 Flüchtlinge in der Votivkirche aus. Wissen Sie, wie kalt es in dieser riesigen Kirche ist? Viele sagen: "Dann sollen die doch endlich die Kirche räumen! Es werden ihnen ja normale Quartiere angeboten! Warum holt Ihr von der Votivkirche nicht die Polizei?" Zwangsräumung, Abschieben und Schluss! Das fordert ein unsägliches Inserat der FPÖ, gegen das ich mich hier ausdrücklich verwehre.
Seit einem Monat harren rund 40 Flüchtlinge in der Votivkirche aus. Wissen Sie, wie kalt es in dieser riesigen Kirche ist? Viele sagen: "Dann sollen die doch endlich die Kirche räumen! Es werden ihnen ja normale Quartiere angeboten! Warum holt Ihr von der Votivkirche nicht die Polizei?" Zwangsräumung, Abschieben und Schluss! Das fordert ein unsägliches Inserat der FPÖ, gegen das ich mich hier ausdrücklich verwehre.
Sind wir, die Kirche, die Pfarre, die Caritas, die Johanniter, alle, die seit einem Monat zu helfen versuchen, "Beitragstäter"? Ist das alles "Asylbetrug"? Um das nochmals klarzustellen: Wir stehen auf dem Boden der österreichischen Gesetze und machen das auch den Flüchtlingen klar. Wir versuchen, ihnen den Hungerstreik auszureden und sie dazu zu bewegen, die angebotenen Quartiere zu beziehen. Und wir haben uns energisch gegen alle gewendet, die politisches Kapital daraus ziehen wollen, indem sie die Flüchtlinge aufstacheln. Aber wir dürfen Menschen in echter Not und Gefahr nicht allein lassen.
Das fordert von uns die schlichte Menschlichkeit und das Evangelium Jesu. Daher werden wir weiter mit allen Beteiligten, den Flüchtlingen, der Regierung, den Helfern, der sehr belasteten Pfarre, einen gerechten und menschlichen Weg suchen. Und wir werden weiter auf notwendige Verbesserungen der Gesetze drängen.
Zum Beispiel: Ein Teil der Flüchtlinge hat in Österreich kein Asyl bekommen, sie können aber auch nicht in ihre Heimat abgeschoben werden, weil diese ihnen die Rückkehr versagt. Diese Menschen sind in keinem Land der Welt gewollt, nicht einmal in ihrem eigenen. Ihnen wird praktisch das Existenzrecht abgesprochen. Sie sind keine Verbrecher. Sie sind einfach Menschen in Not. Sie sind unsere Mitmenschen. Ich danke allen, die mit viel Geduld an einer guten Lösung mitarbeiten. Und ich bin zuversichtlich: Wir werden einen gerechten Ausweg aus einer Situation finden, hinter der echte menschliche Tragödien stehen.