Der Wiener Anwalt Werner K. (52) ist offenbar über sein Leben auf großem Fuß gestolpert. Jetzt fehlen rund zwei Millionen Euro von Treuhand-Konten seiner Klienten. Der Adokat versprach den Geschädigten Wiedergutmachung, sperrte aber zugleich seine Kanzlei.
Der Name über Nacht von der Anwaltsliste gestrichen, die Kanzlei in der Wiener Innenstadt in Konkurs und gesperrt. Im Polizeicomputer eine Selbstanzeige: Advokat Dr. Werner K. (52) sorgt derzeit für eine neue Affäre in Anwaltskreisen. Kollegen reagieren beschämt, Klienten empört.
Denn von Konten, die der Anwalt treuhändisch verwaltet hat, sollen zwei Millionen Euro verschwunden sein (es gilt die Unschuldsvermutung). Allein von der Verkaufsabwicklung eines Geschäftslokales von der Schöps AG an Rewe fehlen 270.000 Euro. Ein weiteres Opfer weint 150.000 Euro nach. Die Geschädigten schäumen: "Er hat sich in einem Brief weinerlich bei allen entschuldigt und Wiedergutmachung versprochen. Aber wie soll das gehen, wenn er die Kanzlei geschlossen hat?"
Den Betroffenen reicht auch nicht, dass Werner K. Selbstanzeige erstattet hat: "Wir haben an die Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltdarstellung geschickt." Zunder für den Zorn: Der verschwenderische Lebensstil des Verdächtigen, der fremdes Geld gekostet haben kann. Im Sommer wurde der Anwalt jedes Wochenende am Wörthersee gesichtet, das ganze Jahr über häufig im Nobelbordell "Babylon". Zechen: bis zu 10.000 Euro.
Wolfgang Höllrigl