Totes Baby: So holte Anwalt Mutter aus der Haft

Jene HAK-Schülerin (18), die ihr Baby im Gebüsch abgelegt hatte, ist wieder frei: Am Sonntagmittag holte sie Anwalt Wolfgang Blaschitz aus der Haft, sie fuhr mit Vater und Freund heim.

Noch am Samstag war der renommierte Rechtsanwalt Wolfgang Blaschitz nach Weikendorf (Bezirk Gänserndorf) gefahren, sprach ausführlich mit dem Vater und dem Freund der tatverdächtigen 18-Jährigen. Am nächsten Tag fuhr Blaschitz dann ins Gefängnis Korneuburg - war bei der Haftverhandlung dabei. "An einem Sonntag eine Enthaftung herbeizuführen ist nie leicht", so Blaschitz.

Die Staatsanwalt war für eine Untersuchungshaft (Anm.: es wird ja immer noch wegen des Verdacht des Mordes ermittelt), doch Haftrichter Martin Bodner entschied auf Enthaftung. "Eine richtige Entscheidung eines menschlichen Richters. Es besteht weder Tatwiederbegehungs-, Flucht-, noch Verabredungsgefahr", so Anwalt Blaschitz - "Heute" berichtete. In der Regel ist für Verbrechen, die mit einer mindestens zehnjährigen Freiheitsstrafe bedroht sind, eine obligatorische Untersuchungshaft vorgesehen. Da es sich im Falle der jungen Mutter um eine junge Erwachsene (Anm.: 18 bis 21 Jahre im Strafrecht) handelt, gelten andere Bestimmungen. Kurz gesagt: Dass sie auf freiem Fuß ist, liegt vor allem an ihrem Alter.

Vater und Freund brachten sie heim

Am Sonntag kurz nach 12 Uhr wurde die 18-Jährige enthaftet, stieg ins Auto und wurde vom Vater und Freund nach Hause gebracht. Die Ermittlungen laufen natürlich weiter.

Die 18-Jährige wird sich nach Abschluss der Erhebungen wegen Mordes (unwahrscheinlich) oder Tötung eines Kindes bei der Geburt (bis zu 5 Jahre Haft) verantworten müssen. Möglich ist aber auch, dass das Verfahren nach einem Gutachten eingestellt wird - weil die 18-Jährige nach der Geburt in einem psychischen Ausnahmezustand war.

Erst vor zwei Jahren hatte eine Nigerianerin (27) ein totes Baby am Flughafenklo abgelegt, wurde verhaftet, aber nach einem psychiatrischen Gutachten wurde das Verfahren eingestellt - die Mutter war nicht schuldfähig ("Heute" berichtete). (Lie)

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