Wirtschaft

Anzahl der Privatpleiten drastisch gestiegen

Die Zahl der Privatinsolvenzen steigt heuer um 6,3 Prozent auf knapp 11.000 Anträge, wobei insbesondere die Zahl der um die 25-jährigen zunimmt.
Heute Redaktion
14.09.2021, 03:42

Viele Österreicher sind schon vor dem zwanzigsten Lebensjahr pleite. Hauptgründe sind meistens Handy- und Versandkosten sowie Autoausgaben. Für das kommende Jahr prognostiziert der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) eine weitere Zunahme der Privatpleiten um sieben bis zehn Prozent.

Umgang mit Geld als Schulfach

Mit ein Grund, warum immer mehr Private in die Schuldenfalle tappen sind auch die steigenden Lebensmittelkosten und die zurückhaltendere Vergabe von Krediten. Hauptursache für die Insolvenz sei aber weiterhin der mangelhafte Umgang mit Geld. Die Experten fordern das Wirtschaften mit den eigenen Ressourcen in der Schule zu unterrichten - Österreichs Schulen werden bei der nächsten Pisa-Studie dieses Wissen nicht abtesten.

Männer häufiger betroffen

Nach wie vor sind vom Privatkonkurs in erster Linie Männer betroffen, was die Verschuldung bei Mobilfunkbetreibern und im Handel betrifft liegen allerdings die Frauen vorne. Als Schuldenfalle haben sich auch die lange hochgelobten Fremdwährungskredite herausgestellt. Rückläufig ist auch die Zahl der Menschen, die durch Ratengeschäfte im Weihnachtsgeschäft in Schieflage kommen.

Bis die Schuldenfalle zuschnappt, dauert es meist um die sieben Jahre, was sich auch in der Altersstatistik niederschlägt: Während bis 25 Jahre die Zahlen noch gering sind, schnellen die danach sprunghaft in die Höhe, um bei einem Alter von 60 Jahren wieder schlagartig zurück zu gehen.

Niederösterreicher immer häufiger betroffen

Den regional stärksten Anstieg bei den Privatinsolvenzen gibt es heuer in Niederösterreich mit plus 20 Prozent. Im Burgenland hingegen gibt es ein Minus von 6 Prozent. Auffallend ist weiters, dass es in Kärnten den stärksten Anstieg der abgewiesenen Privatinsolvenzen geben wird - sprich wo nicht genug "Restgeld" beim Schuldner vorhanden war, um überhaupt eine Insolvenz einzuleiten.

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