Nach intensiver Kritik europäischer Wettbewerbsbehörden und dem Widerstand aus der Werbebranche ändert Apple die umstrittene Abfrage zum App-Tracking auf iPhones.
Die Anpassungen betreffen alle Nutzer im Gebiet der Europäischen Union.
Mit der Tracking-Abfrage können Nutzer entscheiden, ob Apps ihre Aktivitäten zu Werbezwecken verfolgen dürfen. Künftig wird das Wort "Tracking" von der Auswahlseite entfernt und die Anordnung der Tasten geändert: "Erlauben" steht oben, "Verbieten" unten.
App-Betreiber dürfen Nutzer nach einem Jahr erneut um Erlaubnis bitten.
Herausgeber und Inhalteanbieter erhalten mehr Möglichkeiten, die Bedeutung personalisierter Werbung zu erklären.
Die Neuerungen gelten für iPhones in allen EU-Staaten – entscheidend ist der aktuelle Standort des Nutzers, nicht das Herkunftsland. Die Änderungen beenden außerdem ein Verfahren des deutschen Bundeskartellamts.
Das deutsche Bundeskartellamt hatte im Februar 2025 eine vorläufige Einschätzung abgegeben, dass die ursprüngliche Lösung gegen Missbrauchsvorschriften verstoßen könnte.
Zwar betont Apple, eigene Apps würden keine Daten in fremden Anwendungen sammeln, doch die Behörde kritisierte, dass Apple Daten aus verschiedenen Diensten für Werbezwecke kombiniert.
Das Bundeskartellamt lobte nun, dass Apple die Abfragefenster für eigene und fremde Apps stärker angleicht. Symbole und Formulierungen, die für Drittanbieter abschreckend wirkten, wurden entfernt. Die Abfrage erscheint ab jetzt in neutralem Design.
Die Änderungen erfolgen nach Strafen in mehreren EU-Ländern: Die französische Kartellbehörde verhängte im März 2025 ein Bußgeld von 150 Millionen Euro, die italienische Wettbewerbsbehörde im Dezember desselben Jahres 98,6 Millionen Euro.
Für Polen gilt ein eigener Zeitplan, da dort noch Gespräche mit der Wettbewerbsbehörde laufen.