Apple Mac mini M1: Der "Tesla unter den PCs" im Test

Die Zukunft von Apple heißt M1: Im Herbst hat der Hersteller die ersten Rechner mit M1-Chip enthüllt. Der Computer ist fast so schnell wie ein Gepard.

Ein mobiler Prozessor in einem Mac – kann das gut gehen? Diese Frage haben sich wohl viele Nutzerinnen und Nutzer gestellt, nachdem Apple im Herbst 2020 den M1-Prozessor vorgestellt hat. Dieser Chip basiert auf der sogenannten ARM-Architektur. ARM-Prozessoren kommen auch in iPhones und iPads zum Einsatz.

Steve Sinofsky, der ehemalige Windows-Chef, bezeichnet die M1-Macs als "Tesla Roadster unter Computern". Apple habe damit eine Vision. Für ihn sei der M1 gleich wichtig wie das erste iPhone oder der erste Mac aus dem Jahr 1984.

Der M1 im Test

Der Umstieg von Intel-Chips auf die Apple-Prozessoren bietet Nutzerinnen und Nutzern einige klare Vorteile. Die Batterielaufzeit bei mobilen Macs ist episch: So müssen die M1-Geräte dank geringem Energieverbrauch tagelang nicht an die Steckdose. Zudem sind die M1-Macs leistungsfähiger als ihre Vorgänger – so zumindest verspricht es Apple.

Wie aber schlägt sich der M1 im Alltag? Unsere Kollegen von "20 Minuten" konnten in den letzten Wochen einen Mac mini M1 mit 8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB SSD-Speicherplatz testen. Schon nach dem ersten Start ist klar: Das Teil ist flott unterwegs.

Gepard gegen Schnecke

Besonders beeindruckend ist die Performance im Alltag und bei Apps, die für die M1-Prozessoren optimiert sind. Die Programme öffnen blitzschnell und laufen rasant. Besonders beeindruckend ist es bei Apples Safari-Browser. Im Vergleich zu Googles Chrome-Browser ist es, als würde ein Gepard gegen eine Schnecke ein Wettrennen antreten.

Auch bei etlichen Messungen von Hardware-Experten konnten die M1-Macs überzeugen. So wurde der Chip als "kleine Sensation" angepriesen oder als Volltreffer bezeichnet. Die zahlreichen Benchmarks, die Experten mit dem Chip gemacht haben, können wir bestätigen.

Damit Software auf den M1-Macs läuft, müssen Entwickler aber erst ihre Apps anpassen. Ist das nicht passiert, können Apps, die für Intel-Macs geschrieben wurden, emuliert werden. Das heißt, die alte Hardware wird mit Software-Tricks nachgebildet.

Export: 11,5 Minuten

Wie gut das funktioniert, haben wir mit dem Fotobearbeitungsprogramm Lightroom Classic getestet. Adobe, der Entwickler der App, hat bisher nur einen kleinen Teil seiner Software für M1-Macs optimiert. In unserem Test wurden 259 Files mit Voreinstellungen versehen und dann exportiert. Mit dem emulierten Lightroom auf dem M1 dauerte dies 11 Minuten und 30 Sekunden. Zum Vergleich exportierten wir die Bilder auch mit einem Mac mini (2018) mit Intel Core i7 3,2 GHz und 32 GB RAM: Dort dauerte es sechs Sekunden länger.

Dass der Export mit beiden Mac minis gleich lange dauert, mag erstaunen. Hier gilt es zu bedenken, dass eine Emulation mehr Nachteile als Vorteile hat, da die Software nicht für den Prozessor optimiert wurde. Rechnet man mit rein, dass der aufgemotzte 2018er Mac mini rund 2.400 Euro kostete und der M1 Mac mini 799 Euro, erscheinen die Werte in einem anderen Licht. Und sobald die Apps für M1 abgestimmt sind, dürfte der neue mini den alten deutlich schlagen.

Genial, aber…

Mit dem M1-Chip ist Apple ein großer Wurf gelungen. Der Prozessor ist blitzschnell, günstiger und braucht weniger Strom als Intel Chips. Außerdem laufen dank der neuen Architektur iPhone- und iPad-Apps direkt auf den Computern, was ein Game-Changer ist, da man praktische Tools nun ohne Umwege am Mac nutzen kann.

Die Sache hat – zumindest bisher – einen Haken: Software, die nicht von Apple selbst kommt, muss erst noch für die neuen Prozessoren angepasst werden. Bis dahin kann sie lediglich emuliert werden – was zwar geht, aber nicht optimal ist. Userinnen und User, die auf spezielle Software angewiesen sind, sollten darum noch nicht zuschlagen. Alle anderen Mac-Fans dürften jetzt schon mit den M1-Geräten glücklich werden.

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