Die Arbeitslosigkeit hat im März erneut zugenommen. Die Zahl der beim AMS vorgemerkten Arbeitslosen stieg um 10 Prozent auf 319.175 Personen. 83.148 Personen (+9,1 Prozent) besuchten Schulungen. Insgesamt waren Ende März also 402.323 Personen ohne Job. Das bedeutet eine Zunahme von 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Arbeitslosenquote (nationale Definition) lag laut Prognose des Sozialministeriums bei 8,4 Prozent.
Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen (+16,0 Prozent), Ausländern (+20,5 Prozent) und Älteren ab 50 Jahren (+20,1 Prozent).
Tirol schneidet am schlechtesten ab
In allen Bundesländern wurden mehr Arbeitslose (ohne Schulungen) gemeldet, der geringste prozentuelle Zuwachs war in Kärnten zu verzeichnen (+0,5 Prozent), der höchste in Tirol (+27,6 Prozent). Regional gesehen waren mehr als ein Drittel der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer, nämlich 136.883 Personen, in Wien. Die Zahl der beim AMS Wien als arbeitslos vorgemerkten Personen war um 15,6 Prozent auf 101.802 gestiegen. Die Zahl der AMS-Kunden in Schulung ist in Wien um 9,3 Prozent auf 35.081 angewachsen, die Summe beider Gruppen um 13,9 Prozent.
Rückgang der Arbeitslosen am Bau
Gegliedert nach Branchen waren am Bau - wohl auch wegen des milden Wetters - um 11,4 Prozent weniger Arbeitslose als im Vorjahr gemeldet, im Tourismus gab es mit 26,8 Prozent den kräftigsten Anstieg. Auch im Handel zog die Arbeitslosigkeit um 13,5 Prozent deutlich an, in der Warenproduktion nahm sie um 7,6 Prozent zu.
Wirtschaft wächst nicht genug
Laut SPÖ-Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat Österreich im EU-Vergleich zwar noch immer die wenigsten Arbeitslosen, und bei der Jugendarbeitslosigkeit liegt das Land an der zweiten Stelle EU-weit, der österreichische Arbeitsmarkt sei aber wie in allen anderen europäischen Ländern auch "ein gutes Stück von einer anhaltenden Erholung entfernt". Um die "Zahl der Arbeitslosen nachhaltig zu senken", bräuchte es ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum, so Hundstorfer.
Das AMS erwartet eine spürbare Entspannung erst ab dem dritten Quartal 2015.
Österreich steht im EU-Vergleich noch "gut" da
Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist im Februar stabil bei 11,9 Prozent geblieben - ein Wert, der seit Oktober 2013 unverändert ist. Wie Eurostat am Dienstag mitteilte, meldete Österreich mit 4,8 Prozent weiterhin die niedrigste Quote, gefolgt von Deutschland (5,1 Prozent) und Luxemburg (6,1 Prozent).