Das sind die Sorgenkinder der Arbeitslosen-Statistik

Gerade in Wien herrscht ein Mangel an Lehrlingsplätzen.
Gerade in Wien herrscht ein Mangel an Lehrlingsplätzen.Bild: picturedesk.com
Überaus positiv fällt die Arbeitslosenstatistik im September aus. Allerdings trüben einige Sorgenkinder das Beschäftigungsplus deutlich.

Die Zahl der Beschäftigten wuchs auch im September weiter. 3.795.000 Personen hatten ein unselbständiges Beschäftigungsverhältnis, das sind 90.000 Personen mehr als noch im September 2017 (+2,4%). Gleichzeitig sank die Arbeitslosigkeit weiter, Ende September 2018 waren 279.899 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos vorgemerkt, im Vergleich zu Ende September um 22.944 Personen weniger (-7,6%).

Es gibt dabei aber auch einige Sorgenkinder in der Statistik, die entweder unterdurchschnittlich oder gar nicht von der Wirtschaftslage profitieren konnten. So sind die geringsten Rückgänge der Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen (-3,5%), bei Arbeitslosen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen (-3,5%) sowie bei Ausländern (-2,2%) zu verzeichnen.

Viel zu wenig Lehrstellen in Wien

So gut wie keine Bewegung gibt es bei den Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten, die in einer AMS-Schulung stecken. Ihre Zahl blieb mit -0,1% gegenüber dem Vorjahresmonat nahezu konstant. Weiteres Sorgenkind ist der Lehrstellenmarkt, österreichweit zeigt sich ein Lehrstellenüberhang von 237 Lehrstellen (-903).

Ist im Burgenland, in Kärnten oder Niederösterreich das Verhältnis zwischen Suchenden und Lehrstellen nahezu ausgeglichen, stehen in Oberösterreich jedem sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden rund vier sofort verfügbare Lehrstellen gegenüber. Aber: In Wien übersteigt die Nachfrage nach Lehrstellen jedoch das Angebot, hier stehen einer sofort verfügbaren offenen Lehrstelle fast sechs Lehrstellensuchende gegenüber.

In Wien verlieren die jungen Arbeitslosen

Die Zahl der beim AMS Wien als arbeitslos vorgemerkten Personen ist im September 2018 im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf 113.418 gesunken, die der AMS-Kunden in Schulung um 15,1 Prozent auf 26.476. Die Summe beider Gruppen ist um 5,7 Prozent kleiner geworden.

Die Gruppe der unter-25-jährigen Arbeitslosen ist um 11,2 Prozent kleiner geworden, die der über-50-jährigen hingegen um 1,8 gewachsen. „Wir sind froh, in Bezug auf das zur Verfügung stehende Budget nun Planungssicherheit zu haben", sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. „Wir können nun ein gutes Angebot zur Verfügung stellen, in dessen Zentrum die Qualifikation von Menschen mit geringem Bildungsabschluss zu gesuchten Fachkräften stehen wird, die in ganz Österreich gebraucht werden."

(red)

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