Argentinien sorgte bei der WM 2026 nicht nur mit dem Finaleinzug, sondern auch mit seinem aggressiven Auftreten für Schlagzeilen. Während viele Fans den unbändigen Siegeswillen der Südamerikaner lobten, kann DFB-Sportdirektor Rudi Völler der Spielweise wenig abgewinnen.
Beim Internationalen Trainerkongress stellte der ehemalige Teamchef klar, dass er Argentinien nicht als Vorbild für Deutschland sieht. "Ich habe gesagt, dass wir als Deutschland besser verteidigen müssen. Da haben viele ja auch die Argentinier als Beispiel genommen. Das fand ich ein schlechtes Beispiel", sagte Völler. Die Diskussion über den Weltmeister sei "ein bisschen scheinheilig" gewesen.
Noch deutlicher wurde der 66-Jährige wenig später: "Ich möchte keine Mannschaft haben, die spielt wie Argentinien. Das hat mit Fußball nichts zu tun." Anerkennung zollte Völler den Südamerikanern lediglich für ihre Ergebnisse. "Ja, sie sind Weltmeister und diesmal Vizeweltmeister geworden. Aber dieses Lob habe ich bei vielen tatsächlich nicht verstanden."
Vor allem nach dem verlorenen WM-Finale gegen Spanien hatten die Argentinier mit ihrem Verhalten für Kritik gesorgt. Mehrere Spieler gerieten nach dem Schlusspfiff mit den Spaniern aneinander, besonders Leandro Paredes stand wegen seines unsportlichen Auftretens im Mittelpunkt. Für Völler sind stattdessen Spanien und England die Mannschaften, an denen sich das DFB-Team orientieren sollte.