Ärger über Treibjagd auf trächtiges Wild

Eine Gruppe von Schweizer Jägern soll in Vorarlberg trächtige Tiere gehetzt und erlegt haben. Die Aufregung ist groß.
Die 437-Seelen-Gemeinde Fontanella im Bundesland Vorarlberg ist erschüttert. Grund dafür: Ein Pächter soll mit rund zehn aus der Schweiz und Vorarlberg stammenden Helfern bei hohem Schnee eine Treibjagd mit Hunden veranstaltet haben. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, sollen dabei acht Stück Gams-, Rot- und Rehwild zur Strecke gebracht worden sein.

Bei den Jägern handle es sich um Männer aus den Kantonen Schwyz und Luzern. Das sollen Fotos von Autos mit den entsprechenden Kennzeichen beweisen, die am 30. März vor Ort aufgenommen wurden, wie die "Luzerner Zeitung" schreibt.

Für die Vorarlberger Jägerschaft ist deshalb klar: Der Grundsatz, dass mit den Tieren respektvoll umgegangen werden soll, ist "aufs Gröbste verletzt" worden. Dies, besonders im Hinblick auf den Muttertierschutz.

"Moralisch höchst verwerflich"

Eine Treibjagd auf hochträchtige Tiere sei "moralisch höchst verwerflich" und müsse rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, findet der Vorarlberger Jagdverband. "Wir verurteilen diesen Vorfall aufs Schärfste und distanzieren uns in aller Form", wird Landesjägermeister Christof Germann bei der "Kleinen Zeitung" zitiert. Auch der Wildökologe des Landes Vorarlberg, Hubert Schatz, erklärt, dass diese Art der Bejagung zur Winterzeit nicht üblich und völlig falsch sei.

Aussage gegen Aussage

Ob die Schweizer Jäger wirklich eine solche "moralisch verwerfliche" Tat begangen haben, muss nun geklärt werden. Der Schwyzer Jagdpächter ließ gegenüber der "LZ" jedenfalls verlauten: "Die Anschuldigungen, ich hätte eine Treibjagd veranstaltet und Tiere durch den Tiefschnee getrieben, sind völlig unzutreffend. Die Hunde treiben das Wild nicht, sondern bewegen es langsam und ohne großen Druck aus den Einständen."

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Einstände sind Orte, an denen sich das Wild normalerweise aufhält, wenn keine Jagd stattfindet. Für Tierschützer Carl Sonnthal ein Märchen: "Eine Bewegungs- oder Drückjagd mit bellenden Hunden ist nichts anderes als eine Form von Treibjagd."

Es steht Aussage gegen Aussage. Was genau Ende März in Fontanella passiert ist, wird nun von den Behörden geprüft. Treibjagden sind in Vorarlberg umstritten und sorgen immer wieder für Aufregung.

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(mik)

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