Ariana Grande kurz, aber großartig in der Stadthalle

Die Popsängerin machte am Dienstag im Rahmen ihrer "Sweetener"-Welttournee einen kurzen Abstecher nach Wien.
Die nur 1,53 Meter große Ariana Grande zählt momentan neben Billie Eilish wohl zu den bei (weiblichen) Teenagern zu den am höchsten im Kurs stehenden Popstars auf dem Planeten. Die Zeiten, in denen das noch Lady Gaga, Katy Perry oder Rihanna waren, sind vorbei.

Keine der drei oben genannten Sängerinnen vermag es momentan, die Kids mit ihrer Musik so in ihren Bann zu ziehen wie die 26-jährige Grande. Schon Stunden vor dem Beginn fielen neugierigen Beobachtern rund um die Stadthalle die doch recht ungewöhnlich hohe Anzahl an jungen bis sehr jungen Mädchen auf, die sich dort versammelte.

Ariana Grande - Break Free

Ariana Grande - Break Free (Wien, 3.9.2019)
Ariana Grande - Break Free (Wien, 3.9.2019)


CommentCreated with Sketch.0 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Sie alle haben Taschen-, Geburtstags- und Weihnachtsgeld gespart, um ihrem Idol möglichst nahe sein zu können. Ticketpreise jenseits der 100 Euro sowie Merchandise, der zusätzliche Löcher in die Sumsi-Sparkonten reißt, sind für Teenies finanziell nicht leicht zu stemmen. Viele Jugendliche wurden allerdings auch brav von Eltern(-teilen) zu ihrem Konzertereignis des Jahres begleitet. Manche wahrscheinlich gezwungenermaßen, andere vielleicht sogar aus Eigeninteresse.

Durchsichtige Plastiktaschen

Anders als Erwachsene sehen Kinder und Jugendliche die Welt auch noch mit anderen, unschuldigeren Augen. So ließen sie die verständlicherweise nach dem schrecklichen Terroranschlag in Manchester am 22. Mai 2017 im Anschluss an ein Konzert von Grande mittlerweile standardmäßig recht hohen Sicherheitsmaßnahmen recht gelassen über sich ergehen. Rucksäcke und Taschen waren verboten, Habseligkeiten mussten in durchsichtigen Plastiktaschen (Veranstalter Live Nation teilte gratis Taschen aus) verstaut oder vor der Show abgegeben werden. Kein Problem für die Kids. An einen möglichen Anschlag in Wien dachte wohl auch niemand.

Am Nachmittag der Show wurde die Beginnzeit kurzfristig um eine Stunde vorverlegt. Das hatte allerdings einen rein logistischen Grund. Um die Bühne für die kommende Show rechtzeitig in Prag aufbauen zu können, musste man die Zelte in Wien etwas früher als geplant abbrechen.

Dichtes, diszipliniertes Gedränge

Also ging es wenige Augenblicke nach 20:30 Uhr los mit der Wiener "Sweetener"-Darbietung von Ariana Grande. Angekündigt wurde das durch das echt markerschütternde Gekreisch von 15.000 Teenagern. Die scheinen, anders als Erwachsene, keinerlei Berührungsängste bei Konzerten zu haben und auch keinen Platz zum Tanzen zu benötigen. Noch nie zuvor stand eine Menschenmenge so dicht gedrängt rund um die Bühne. Am hinteren Ende der Halle war so viel Platz, dass man da locker noch mal 2.000 Karten drauflegen hätte können. Aus feuerpolizeilichen und anderen Sicherheitsgründen allerdings vermutlich keine so gute Idee.

Aber nun zum wichtigsten Teil des Abends - zu Ariana Grande und ihrer Show. Die war, wie der Titel dieser Geschichte schon verraten hat, mit 90 Minuten doch recht kurz bemessen. Trotzdem waren es 90 absolut hochklassige, kurzweilige, knallig bunte Konzertminuten, die kaum einen der Fans enttäuscht zurückgelassen haben.

Komplett durchgeplanter Auftritt

Wie bei solchen Events üblich, steht das Programm von vorne bis hinten bereits lange vor dem ersten Auftritt fest. Jede Bewegung ist einstudiert, nichts wird dem Zufall überlassen. Dementsprechend sicher sein kann man sich, sofern man das Googeln beherrscht, was einen alles erwartet. Davon lassen sich 15.000 Teenies aber nicht die Stimmung zusammenhauen.

Vom ersten Moment an wird fast jede Bewegung von Grande von lautstarkem Gekreische begleitet. Los ging es mit der kürzesten von Arianas Nummern - "Raindrops (An Angel Cried)". 37 Sekunden A Capella, akustisch aufgewertet durch Gekreische. Die Protagonistin selber war da aber noch gar nicht auf der Bühne.

Kreischpegel

Erst danach, zum Song "God Is A Woman", wurde sie per Hebebühne und unter tosendem Geschrei und, ja, Gekreische auf die Bühne gehoben. Danach folgte ein stolzer Streifzug durch das gesamte Schaffen Grandes. Schwerpunkt der Setlist lag natürlich auf dem neueren Material. Am Lautstärkegrad des Kreischens, das stets nach den ersten Takten einer Nummer einsetzte, ließ sich für Begleiteltern und andere, mit den Hits von Ariana Grande nicht ganz so vertrauten Anwesenden ganz gut festmachen, wie beliebt der dann gespielte Song beim absolut textsicheren Publikum ist.

"Side to Side", "7 Rings", "NASA", "Into You", "Dangerous Woman", "Break Free", "No Tears Left To Cry" und das abschließende "Thank U, Next" teilen sich den Titel "Höhepunkt des Abends". Die Fans feierten wirklich jede Note euphorisch ab.

Fetter, basslastiger Sound

Der Sound präsentierte sich dabei für Stadthallen-Verhältnisse recht wummig. Obwohl man die Musiker in den dunklen Ecken am Bühnenrand versteckt hatte, waren sie doch echt laut zu hören. Speziell der Bass ließ alles vibrieren. Die Bühnekonstruktion, die einen eliptisch geformten Laufsteg durch die Menge bildete, wurde während des ganzen Sets großzügig ausgenutzt, damit auch jeder Fan genug Film- und Foto-Material für Facebook und Instagram mitschneiden konnte. Denn anders als bei anderen Konzerte war das Fotografieren und Filmen mit Smartphones durchaus erwünscht. Mittels Ankündigung wurden die Zuschauer nur darauf hingewiesen, nicht mit Blitz zu knipsen und zu filmen.

Nach ein bisschen mehr als 90 Minuten ging die Show mit dem Hit "Thank U, Next" so rasch zu Ende, wie sie begonnen hatte. Die Dosis knallig bunter, zuckersüßer Popsongs war genau das richtige für die 15.000 Fans, die sich an diesem Abend eingefunden hatten, um die kleine Sängerin aus Florida mit der großen Stimme live zu erleben.

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