"Armselig!" Rapid-Urgestein will Änderungen im Klub

Franz "Bimbo" Binder ist ein Rapid-Gigant, erzielte für die Wiener sagenhafte 1.100 Tore. Sein Sohn Franz Binder jr. trägt auch Grün-Weiß im Herzen, war als Geschäftsführer und Manager in einer der erfolgreichsten Zeit des Klubs mit je vier Meistertiteln und Cupsiegen dabei.
"Ultras halten sich Profiverein"
Jetzt schlägt der 75-Jährige Alarm. Grund: Die sportliche Erfolgslosigkeit und der zunehmende Einfluss der "Ultras". "Die aktive Fanszene des SK Rapid ist weltweit die erste, die sich einen Profiverein halten kann", meint Binder. Für die Hauptversammlung am 22. November reichte er Anträge auf Satzungsänderungen ein. Ziel: Bei kommenden Wahlen soll auch per Brief und E-Mail abgestimmt werden dürfen. "Man sollte die Mitglieder nicht zwingen, persönlich erscheinen zu müssen. Das ist armselig."
Zur Erinnerung: 2019 gewann Martin Bruckner die Wahl knapp gegen Roland Schmid. Von etwa 12.000 aktiven Mitgliedern stimmten damals nur rund 2.000 persönlich ab – viele aus dem Pro-Bruckner-Sektor des "Block West".
Binder fordert Brief-Wahl
Binder: "Rechtlich ist eine E-Mail- oder Brief-Wahl möglich. Der SK Rapid ist ja technisch ausgezeichnet aufgestellt. Diese Punkte gehören in die Satzung. Ich bin gespannt, wie der Verein reagiert. Es heißt ja immer, wir sind ein Mitglieder-Verein."
Auch dass Rapid seit bereits 13 Jahren ohne Titel ist, will Binder nicht länger hinnehmen. "Das Gefühl für den Fußball war in den letzten Präsidien einfach nicht vorhanden. Der sportliche Teil wurde vernachlässigt", sagt er zu "Heute".
Zu den "Ultras": "Die Stimmung im Stadion wird immer noch von der Heimmannschaft auf dem Platz erzeugt und nicht von einem Einpeitscher. Mich stören auch gezielte Aktionen, die dem Verein schaden – und damit bin ich nicht mehr alleine."
Ex-Boss Krammer mischt mit
Kurios: Ex-Boss Krammer sitzt in der Antragszulassungskommission, hat sich dort laut Binder 2019 selbst hineindelegiert. "Es ist eine reine Charaktersache, für den Verein nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen, um dann nach zwei Jahren weiter die Zukunft Rapids beeinflussen zu können", meint Binder.
Jetzt kommentieren