Fast jeder Vierte in Wien ist arm - viele wurden unverschuldet zu Sozialfällen. So auch Johann F. (61): Der Taxler wurde krank, verlor den Job - jetzt geht er in die Gruft essen, weil er kein Geld hat.
– viele wurden unverschuldet zu Sozialfällen. So auch Johann F. (61): Der Taxler wurde krank, verlor den Job – jetzt geht er in die Gruft essen, weil er kein Geld hat.
Bis vor fünf Jahren arbeitete Johann F. (61) wie ein Viech: Er war Taxler, verdiente 3.500 Euro netto. Dann hatte der Selbstständige plötzlich einen Schlaganfall, gefolgt von fünf Bandscheibenvorfällen und noch einem "Schlagerl" – dafür keinen Job mehr. Seitdem nimmt er starke Schmerzmittel, die ihn nur verschwommen sehen lassen.
Für das AMS ist er nicht vermittelbar, für die Pension zu jung. Er lebt von knapp 800 Euro Mindestsicherung. 450 Euro gehen für seine kleine Wohnung drauf, 350 Euro bleiben zum Leben. "Ich gehe in die Gruft essen, sonst geht sich das nicht aus", sagt er.
Johann F. ist kein Einzelfall, sondern die Regel: In Wien ist fast jeder Vierte arm, so eine Studie. Viele von ihnen sind krank, die Miete frisst einen Großteil des Geldes. "Plötzlich ist man am Rand der Gesellschaft und kommt dort nicht mehr weg", sagt Johann.