Ausgehend vom Erfolg lokaler Initiativen hat der frühere kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger und einige seiner Amtskollegen vor einigen Jahren entschieden, ihre gemeinsame Arbeit zu intensivieren und zukünftig verstärkt auf lokale Kooperationen zu setzen.
Die Idee für R20 war geboren. Mittlerweile ist R20 eine erfolgreiche Non Profit Organisation und setzt sich weltweit für eine CO2-arme und klimaneutrale wirtschaftliche Entwicklung von Regionen ein. "Heute" spricht mit Arnold Schwarzenegger über sein Projekt:
"Heute": Was war Ihre Motivation dafür, den Kampf um erneuerbare Energie und Green Economies aufzunehmen?
Arnold Schwarzenegger: Ich habe immer das, woran ich glaube, verbreitet und gefördert. Als ich meinen Körper gestählt habe, schrieb ich Bücher über die Bedeutung von Fitness und Training, und als Schauspieler habe ich Emotionen mit dem Publikum geteilt. Als ich also feststellte, dass der Klimawandel ein wichtiges Thema ist, Städte und Regionen bereits die Ärmel hochkrempelten und "grüne" Technologien implementierten, wollte ich das fördern.
"Heute": Sie konzentrieren sich dabei auf Regionen – warum?
Arnold Schwarzenegger: Als Gouverneur habe ich in Kalifornien gesehen, wie erfolgreich grüne Initiativen gesetzt werden konnten, noch bevor Washington überhaupt darüber nachgedacht hatte. Durch zahlreiche Projekte wie "a million solar roofs" (eine Million Solardächer), die "green building"-Initiativen und der "Hydrogen Highway" (Wasserstoff- Autobahn) übernahm Kalifornien international eine führende Position in der Erschließung von sauberen, erneuerbaren Energiequellen und wurde gleichzeitig zur achtgrößten Wirtschaft der Welt, wobei der "grüne2 Sektor zehnmal mehr Jobs geschaffen hat als jeder andere Sektor.
"Heute": Was ist Ihr langfristiges Ziel, persönlich und für R20?
Arnold Schwarzenegger: Was R20 betrifft, beginnen wir mit kleinen Projekten wie effiziente Straßenbeleuchtung und thermische Müllverwertung, aber ich hoffe, dass die Mitgliedschaft zu einem Viertel der Weltwirtschaft anwächst und dass wir dann Projekte und Finanzierungen (inklusive Darlehen, Förderungen, Kapitalinvestitionen etc.) im Wert von 100 Milliarden US-Dollar (ca. 77 Milliarden Euro) haben.
Dann werden wir für Regierungen und internationale Gipfel ein Modell für Klimamaßnahmen sein und ihnen vielfältige Lösungen zur Klimakrise bieten können. Persönlich möchte ich ein starker Kommunikator sein und mit der ganzen Welt grüne Lösungen teilen, die zur Energieunabhängigkeit führen.
"Heute": Sie wurden als Action- Held berühmt und sind als Fan von starken Autos bekannt. Sind Sie über die Jahre umweltbewusster geworden?
Arnold Schwarzenegger: Ich bin in Österreich geboren, umgeben von natürlicher Schönheit – mir liegt die Wertschätzung für unsere Umwelt im Blut. Das hat sich nie geändert, und ist ein Hauptgrund dafür, dass Kalifornien um 40% energieeffizienter ist als andere US-Bundesstaaten.
Was meine Autos betrifft, habe ich nie die Meinung vertreten, dass saubere Autos kleine Autos sein müssen. Es ist alles eine Frage von Innovation und Technologie. Ich habe einige meiner Hummer umgebaut, sodass sie nun mit Bio-Diesel und Wasserstoff laufen.
"Heute": Welche Ziele hat die R20-Initiative?
Arnold Schwarzenegger: Ziel von R20 ist es, die Art von Maßnahmen zu fördern, die wir in Kalifornien oder Güssing (Anm.: Gemeinde im Südburgenland; "Modell Güssing" ist die Strategie der dezentralen, lokalen Energieerzeugung mit allen vorhandenen erneuerbaren Ressourcen einer Region.) und auf der ganzen Welt sehen. Großartige Dinge passieren, wo man nur hinschaut.
In Norwegen hat Oslo den Energieverbrauch durch energieeffiziente Straßenbeleuchtung um 70% reduziert. In Indien hat Delhi, eine der größten Städte der Welt, alle Taxis und Busse auf Erdgas umgerüstet, das 60% weniger Treibhausgase produziert als Öl. Wir wollen subnationale Regierungen dazu bewegen, sich uns anzuschließen und in Richtung einer grünen Energiezukunft zu gehen. Bei uns geht es um Bewusstseinsbildung, um unseren Kreuzzug für saubere Energie von der Basis aufwärts zu führen.
Ob Staat, Stadt oder Einzelperson: Wir sind alle Teil der Lösung. Die R20 verbindet regionale Regierungen, damit sie Ideen und Technologien austauschen und implementieren können. Wir helfen auch auf finanzieller Ebene, indem wir sie mit Investoren zusammenbringen.
"Heute": Welche Regionen sollten primär unterstützt werden?
Arnold Schwarzenegger: R20 ist schon auf allen Kontinenten aktiv, mit über 500 Mitgliedern und Partnern, und wir stehen bereit, in allen Regionen der Welt zu arbeiten: ob in Industrieländern, die ihre Wirtschaft weg von der Kohlenstoff-Abhängigkeit bewegen müssen; oder in Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien, die wachsen wollen, ohne auf fossile Energieträger zu setzen, wie wir es früher getan haben; wie auch in EntwicklungsländernEntwicklungsländern, wo Armut die Herausforderung ist und wir Wege finden müssen, allen Zugang zu nachhaltiger Energie, Wasser, Gesundheitsfürsorge und Bildung zu ermöglichen.
"Heute": Glauben Sie, dass eine vom Öl unabhängige Welt in den nächsten 30 bis 50 Jahren möglich ist?
Arnold Schwarzenegger: Natürlich ist das möglich. Wenn ich um die Welt reise, treffe ich überall auf brillante Menschen, die bereits jetzt an den Innovationen arbeiten, die uns in eine saubere Energiezukunft führen werden. Ich weiß, dass wir die Technologien haben, weil Innovatoren wie Maschinen sind:
Sie können sich nur vorwärts bewegen. Wir müssen das wissenschaftliche Geschwätz abschalten und beginnen, über Jobs zu reden, und darüber, wie viele Menschenleben saubere Energie retten würde und daran arbeiten, eine einschließende Sprache zu verwenden.