Arzt attackiert: "Heilige Maria befahl Mord"

Kurze Hose vor Gericht: Paul J. (33).
Kurze Hose vor Gericht: Paul J. (33).Bild: Denise Auer

Nur zufällig überlebte ein Mediziner im Juli in Wien eine Messerattacke. Gestern stand der Angreifer vor Gericht und sagte, die heilige Maria habe ihm die Tat aufgetragen: "Es sollte meine Probleme lösen."

Stoisch und in Badeschlapfen betrat Paul J. Mittwoch den Saal im Landl und konnte bei der sachten Befragung durch den Richter nur wenig helfen. Denn dass er im Juli in einem Spital in Wien ansatzlos einem Mediziner ein riesiges Messer in den Bauch gerammt hat, will er nicht mehr wissen.

"Heilige Maria erschien"

"Ich entschuldige mich trotzdem bei dem Opfer dafür! Der Arzt ist ein guter Mann." Tatsächlich war der 33-Jährige bereits jahrelang bei dem Spezialisten in Behandlung – bis zu jenem verhängnisvollen Tag: "Mir ist die heilige Maria im Stiegenhaus erschienen und hat mir befohlen, ihn zu ermorden. Das wäre

die Lösung für meine persönlichen Probleme."

An alles weitere will sich Paul J. nicht mehr erinnern können. Sein Opfer dafür umso besser: Der Arzt habe im Spital gemerkt, wie "J. eine Bewegung macht. Und dann sehe ich ein Messer. Huh, habe ich es schon drinnen gehabt."

Täter weiterhin "brandgefährlich"

Laut Staatsanwältin hat der Angegriffene vermutlich nur aufgrund einer körperlichen Anomalie überlebt. Dadurch verblutete er nicht.

Gerichtsgutachterin Sigrun Roßmanith skizzierte ein erschreckendes Bild von Paul J.: Durch seine "paranoide, wahnhafte Geisteskrankheit" bleibt er brandgefährlich. Daher plädierte sie für eine Einweisung. Dem stimmten auch die Geschworenen und sogar der Angeklagte zu, daher ist das Urteil bereits rechtskräftig.

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