Arzt injizierte Magenschutz statt Narkosemittel

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Nach dem tragischen Zwischenfall in einer Arztordination im Bezirk Horn, bei dem einem Patienten (50) ein falsches Medikament injiziert wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft auf Hochtouren.

Der tragische Zwischenfall in einer Facharzt-Ordination im Bezirk Horn beschäftigt die Staatsanwaltschaft St. Pölten: Wie berichtet, kam es Ende November in der Mediziner-Praxis zu einer fatalen Verwechslung, einem 50-Jährigen wurde ein falsches Medikament injiziert. Trotz sofortiger Notfallversorgung, starb der Mann zwei Wochen nach dem Arzt-Besuch auf der Intensivstation im Universitätsklinikum St. Pölten – mehr dazu hier.

Doch wie konnte es dazu kommen? In der Ordination, in der auch medizinische Fortbildungen stattfinden, wurden für Übungszwecke Spritzen mit Magenschutzmitteln, die korrekterweise oral einzunehmen sind, aufgezogen. Eine dieser Spritzen wurde aber versehentlich nicht weggeräumt. Als der 50-jährige Patient am Tag darauf in die Praxis kam, um eine Darmspiegelung durchführen zu lassen, dachte der im Bezirk hoch angesehene Mediziner, es handle sich bei der befüllten Spritze um das Narkosemittel für den Eingriff und verabreichte es dem Mann intravenös.

Sofort kam es zu starken gesundheitlichen Problemen, der Arzt versorgte den 50-Jährigen umgehend, er wurde auf die Intensivstation nach St. Pölten gebracht, wo die Mediziner rund zwei Wochen lang um das Leben des Mannes kämpften – vergeblich, er starb.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung gegen den Arzt und seine Assistentin.



(nit)

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