Wiener Arzt gab sich für Patienten-Sex als Gott aus

In "Heute" schildert die Russin Oxana M. ihre schrecklichen Erlebnisse.
In "Heute"schildert die Russin Oxana M. ihre schrecklichen Erlebnisse.Sabine Hertel
Wiener Gynäkologe soll einer Frau mit Kinderwunsch zu häufigem Sex geraten haben – und zwar mit ihm. Die Folge: ein Streit um ein Kind und viel Geld.

Schwere Vorwürfe gegen einen renommierten Frauenarzt - "Heute" berichtete. "Ich wollte unbedingt ein Kind", erinnert sich Patientin Oxana M. (47) an das erste Treffen in dessen Wiener Ordination 2016. "Das war mein Traum." Doch der wurde zum Albtraum: "Er bot mir Sex an, schlug vor, er könne mich schwängern", so die Russin, die für die gute medizinische Behandlung nach Wien gezogen war. Der Doktor versprach ihr eine Familie und gab an, sich um sie und um das Kind kümmern zu wollen. Die Patientin ließ sich darauf ein.

"Arzt trug sich als Vater ein" 

Nach einem Jahr Beziehung gestand er plötzlich seine Zeugungsunfähigkeit. Der Mediziner riet ihr, so Oxana M., zum Sex mit einem anderen – sie befolgte den Rat und wurde schwanger. "Mein Arzt trug sich am Amt als Vater des Ungeborenen ein, traf und behandelte mich weiter." Kurz vor der Geburt erfuhr die Ehefrau des Doktors von der Affäre und dem Kind. "Daraufhin bestritt er alles, machte sich dann rar", behauptet die Unternehmerin.

Anwältin Susanne Kurtev kämpft für das Recht der Mutter.
Anwältin Susanne Kurtev kämpft für das Recht der Mutter.Sabine Hertel

Mediziner verfolgte "perfiden Plan"

Inzwischen sind Arzt und Patientin zerstritten. Der Mediziner klagt die Frau auf 93.000 Euro, die er an seine "Zweitfamilie" gezahlt haben will. Sein Argument: Er habe immer geglaubt, der echte Vater des Kindes zu sein und fühle sich jetzt getäuscht.

"Wir werden zeigen, dass nur Oxana M. getäuscht wurde", erklärt ihre Anwältin Susanne Kurtev. "Der Mann scheint einen perfiden Plan verfolgt, seine Position als Arzt und meine Mandantin ausgenutzt zu haben." Oxana M.: "Ich habe ihm leider vertraut."

Die komplizierte Causa ist nun am Zivilgericht Wien anhängig. Durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse verlor die Russin ihren Sohn sogar kurzzeitig ans Jugendamt – er ist mittlerweile 3 und lebt bei Verwandten. Nun kämpft sie mit Anwältin Kurtev gegen den Arzt, für Gerechtigkeit und um ihr Kind "Ich will ihn wieder ganz bei haben dürfen – er ist mein Ein und Alles", sagt die Mutter.

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