Arzt stalkte Ex-Frau und Töchter: Urteil

Weil er nicht loslassen kann und seine ehemalige Lebensgefährtin und die gemeinsamen Töchter trotz Verurteilung vor fünf Jahren weiterhin stalkt, ist ein 54-jähriger Arzt zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Bereits 2009 wurde der Arzt wegen Stalkings verurteilt, aus seinen Fehlern gelernt hat er aber nichts. Denn laut seiner Ex-Freundin steht der Arzt wöchentlich vor ihrer Wohnung, klopft an, wirft Briefe in den Postkasten, ruft regelmäßig an und schickt SMS. Die jüngere, 14 Jahre alte Tochter passt er regelmäßig vor der Schule oder der U-Bahn-Station ab.

"Behandelt uns wie sein Eigentum"

"Er behandelt uns wie sein Eigentum. Es muss ein Ende sein! Das ist einfach Terror", klagte seine frühere Freundin im Grauen Haus. "Was sie sagt, stimmt nicht. Die Zeit hätte ich gar nicht", lächelte der Angeklagte, der sich vor Richterin Julia Matiasch "nicht schuldig" bekannte.

Dass er seiner jüngeren Töchter öfters begegne, sei "mein gutes Recht, weil das Jugendamt mir Informationen vorenthält. Ich habe von denen nur erfahren, dass sie Lady Gaga hört." Wann immer ihn die 14-Jährige erblicke, rufe sie aber "Geh weg!" und beginne loszuschreien: "Ich weiß nicht, warum sie seit Jahren diesen einzigen Satz sagt."

Vater bat Tochter, noch im Saal zu bleiben

 Am 7. April soll der Arzt seine Tochter vor ihrem Wohnhaus festzuhalten versucht haben. Er habe sie sogar gewürgt, berichtete die Schülerin der Richterin: "Ich bin zu Boden gegangen." Die 14-Jährige äußerte am Ende ihrer Einvernahme einen Wunsch: "Ich möchte ihn einfach gar nicht sehen." Daraufhin bat ihr Vater die 14-Jährige, "noch ein bisschen im Saal zu bleiben". Begründung: "Ich hab' sie schon lange nicht mehr so nahe gesehen."

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