Arzt zu teuer: Wiener gibt Katze als „Fundtier" ab

Weil er die Arztrechnung nicht zahlen wollte (oder konnte), brachte ein Wiener seine Katze ins TierQuarTier. Nur ein trauriger Fall von 75 ausgesetzten Tieren 2019.
Ihre Neugier bezahlte vergangenen Sommer eine Samtpfote fast mit dem Leben. Sie stürzte aus dem Fenster fast zehn Meter in die Tiefe. Ihr Besitzer brachte sie zum Tierarzt. Doch als er die Kosten für die Behandlung erfuhr, schnappte er die Katze, brachte sie ins TierQuarTier und gab sie dort ab. Er habe sie „gefunden". Der Halter flog auf, für Unterbringung und Arztkosten wurden ihm 1.800 € verrechnet. Das Strafverfahren wegen fehlender Absturzsicherung läuft. Maximale Strafhöhe 3.500 Euro!

Die Katze wurde wieder vollkommen gesund und lebt nun in einem neuen, liebevollen Zuhause.

75 herzlose Halter setzten 2019 ihre Tiere aus

Das Veterinäramt der Stadt wies 2019 diesen und 74 weitere Fälle von ausgesetzten Tieren nach. Durch intensive Recherche und Kooperation mit der Wiener Polizei, dem TierQuarTier Wien und aufmerksamen Bürgern gelang es in diesen Fällen, die ehemaligen Tierhalter auszuforschen. „Ein Tier auszusetzen ist nicht nur herzlos, sondern auch strafbar und kostet bis zu 7.500 € Strafe", so Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Auch Arzt- und Unterbringungskosten werden den Haltern verrechnet.

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Katzenmama mit Kindern in Sporttasche ausgesetzt

"Der krasseste Fall war sicherlich eine ganze Katzenfamilie, eine Katzenmutter mit ihren Welpen, die in einer Sporttasche auf öffentlichem Grund ausgesetzt wurde. Durch dieses rücksichtslose Verhalten hätten die Katzen umkommen können", zeigt sich Ruth Jily, Leiterin des Veterinäramtes, entsetzt. Doch die Tiere wurden gerettet, die Katzenmutter und drei Kätzchen wurden bereits an neue Tierhalter vergeben.

Bürger erkannte ausgesetzten Husky wieder

Aber nicht nur Katzen wurden vergangenes Jahr von ihren Besitzern einfach ausgesetzt und sich selbst überlassen: Im Dezember setzte ein Wiener seinen Husky aus. Der Hund wurde gerettet und sein Foto auf veröffentlicht. Ein aufmerksamer Bürger, der den Hund erkannt hatte, meldete den Tierhalter. Der Hund wurde im TierQuarTier liebevoll betreut und bereits vermittelt. Für die Unterbringung und die tierärztliche Versorgung musste der ehemalige Tierhalter 750 Euro bezahlen.

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