Betrugs-Duo ergaunerte sich rund 250.000 Euro

Ein Schöffengericht befand beide Angeklagte für schuldig.
Ein Schöffengericht befand beide Angeklagte für schuldig.Bild: picturedesk.com - Symbolbild
Am Donnerstag stand in Graz ein Geschwisterpaar vor Gericht. Es hatte sich durch Vorlage von falsche Rechnungen rund 250.000 Euro erschlichen.
Zu einer Verhandlung wegen Betrugs kam es am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht. Angeklagt war ein Ärzte-Geschwisterpaar. Der ältere Bruder (48) und dessen jüngere Schwester (41) haben bei der Deutschen Krankenversicherung (DKV) falsche Rechnungen vorgelegt und sich so Geld in der Höhe von knapp 250.000 Euro verschafft.

Die beiden gebürtigen Deutschen begannen 1999 gemeinsam ihr Medizinstudium an der Universität in Graz. Wurden sie zunächst von ihren Eltern unterstützt, mussten sie 2008 nach der Wirtschaftskrise selbst das Auslangen finden.

Gelegenheitsjobs reichten nicht mehr



Zunächst schlugen sie sich mit Gelegenheitsjobs durch. Der Mann lernte einen Kroaten kennen, der ihm vorschlug alte Rechnungen neu zu datieren um diese dann bei der Versicherung einzureichen.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Der Angeklagte zeigte sich geständig diesen Vorgang 40 Mal praktiziert zu haben. Die Schadenssumme betrug 208.000 Euro.

Neben der Studiendauer von 34 Semestern kam bei ihm auch eine Spielsucht dazu. Nach anfänglichen Gewinnen sei er "ausgenommen" worden. Die anderen Spieler hätten ihn bedroht und zur Zahlung seiner Schulden aufgefordert.

Die Frau erschlich sich "nur" 35.000 Euro



Im Gegensatz zu ihrem älteren Bruder erschlich sich die Angeklagte "nur" rund 35.000 Euro. Ihr wurden 15 Fälle zur Last gelegt. Als Begründung gab sie an. das Geld als "finanzielle Spritze" gesehen zu haben. Auch sie zeigte sich vollumfänglich geständig.

Die Zahnärztin bekam vom Gericht zehn Monate bedingte Haft aufgebrummt. Ihr älterer Bruder wurde zu 20 Monaten Haft verurteilt, wobei das Schöffengericht fünf davon unbedingt anordnete. Weil der Verteiger Bedenkzeit erbat und der Staatsanwalt keine Erklärung abgab, ist das Urteil nicht rechtskräftig.



(mr)

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