Ärzte-Demo legte City lahm

Mit erheblichen Verspätungen hatten Autofahrer am Montagabend in der City zu kämpfen. Rund 1.000 Teilnehmer marschierten für bessere Arbeitsbedingungen für Ärzte durch die Straßen. Ausschreitungen gab es keine, es blieb ruhig.
 
Start war um 16 Uhr vor der MedUni in der Spitalgasse 23 (Alsergrund). Der Protest richtete sich unter anderem gegen die geplante Kürzung von 382 KAV-Ärzte-Stellen bis 2018. "Eine Reduktion von Arbeitszeit, Stellen und Nachtdiensten ist nicht möglich, ohne das Gesundheitssystem herunterzufahren", warnt Ärztekammer-Wien-Chef Thomas Szekeres.

Die Mediziner und ihre Unterstützer marschierten über die Landesgerichtsstraße (Ring-Route wegen Staatsbesuchs gestrichen) zum Maria-Theresien-Platz. Um 18 Uhr fand dort die Schlusskundgebung statt, die eine knappe Stunde dauerte.

2-er Linie gesperrt

Autofahrer, die aufgrund der Hauptverkehrszeit ohnehin schon mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu kämpfen hatten, mussten großflächig ausweichen. Die 2-er Linie war gesperrt, es kam zu längeren Verzögerungen. Aber auch Öffi-Benutzer waren betroffen: Die Straßenbahnlinien 43, 44, 33, O,1 und 2 verkehrten nicht regulär, die Wiener Linien empfohlen die U-Bahnen zu nutzen.

Ruhiger Demozug

Die Polizei war mit mehreren Streifenwägen im Einsatz, hatte aber keinen Grund einzugreifen. Mit Schildern wie "12 Jahre Schlaf sind genug liebe Politiker" oder "Ärzteposten statt Werbekosten" machten die rund 1.000 Teilnehmer auf die Arbeitsbedingungen und die geplanten Stellenkürzungen aufmerksam. Laut Ärztekammer waren sogar rund 2.000 Teilnehmer anwesend.  "Das ist fast wie Woodstock", kommentierte eine Aktivistin den Aufmarsch der großteils in weiße Doktormäntel gewandeten Ärzte.

"In Gedenken an das Gesundheitssystem"

Die neue Ärztegewerkschaft "Asklepios" hatte im Vorfeld einen "Trauermarsch für das öffentliche Gesundheitssystem" angekündigt. Passend wurde auch ein Kranz präsentiert, auf dem "In Gedenken an das Österreichische Gesundheitssystem" zu lesen war.

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) warf der Ärztekammer am Sonntag vor, an der "Eskalationsschraube" zu drehen. Am Dienstag findet ein Gespräch zwischen KAV und Ärztekammer statt, schon am Freitag könnte das neue KAV-Arbeitszeit-Paket samt Gehaltsschema im Landtag abgesegnet werden.

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