Ärztin klagt: "Ich werde aus Praxis hinaus geekelt!"

Vor fünf Jahren übernahm Beatrix Patzak eine Ordination in der Traisengasse – samt unbefristetem Mietvertrag. Seitdem gibt es Probleme.

Strom und Wasser werden abgedreht, die Eingangstüre war beschädigt und die Stufen im Eingangsbereich abgebrochen: "Die Hausverwaltung hat nichts unternommen. Ich musste die Reparatur der Schäden einklagen", erzählt Beatrix Patzak (53). "Es wird einfach versucht, uns es so ungemütlich wie möglich zu machen", ist die Wienerin überzeugt.

Ein Wasserschaden Anfang August setzte dem Ganzen die Krone auf: "Illegale haben in einer Wohnung über mir gehaust. Sie haben die Mauer aufgebrochen, Rohre hinausgerissen und dann Unterhosen und Schutt in die Löcher gestopft. Daraufhin hatte ich den Wasserschaden und ein kaputtes Klo", ist die praktische Ärztin verärgert. Erst Ende September wurden die Rohre getauscht, der Schaden behoben.

Fast alle Wohnungen stehen leer

Auch Eissalon-Besitzer Kajum Arifi (38) – er hat genau wie Patzak einen unbefristeten Mietvertrag – war von dem Wasserschaden betroffen: "Wir mussten immer wieder Anti-Schimmel-Spray am Klo sprühen, bis der Schaden endlich repariert wurde", erzählt er.

Insgesamt wirkt das Haus heruntergekommen, von 54 Parteien sind laut Patzak nur mehr fünf übrig – die Türen der leerstehenden Wohnungen wurden mit Spanplatten zugenagelt: "Ich würde auch wegziehen, aber die Adaption einer neuen Praxis ist zu kostspielig", erklärt die Medizinerin.

Hausverwaltung verspricht Totalsanierung bis 2020

Auf "Heute"-Nachfrage weist die zuständige Hausverwaltung die Vorwürfe vehement zurück: "Bei dem Objekt in der Traisengasse handelt es sich im Wesentlichen – bis auf zwei Geschäftseinheiten – um ein ungenutztes Haus, bei dem eine Totalsanierung geplant ist. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren Leerstehungen nicht mehr vermietet. Wenn behauptet wird, dass Obdachlose das Haus nutzen, so ist das absolut unrichtig." Und weiter: "Die beiden im Haus befindlichen Geschäftsraummieter sind willkommene Mieter, weil dadurch die Leerstehungskosten neutralisiert werden können."

Laut Hausverwaltung soll zudem ein neuer Investor an Bord geholt werden, damit spätestens 2020 mit einer Totalsanierung des Hauses begonnen werden kann.

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