Welt

Assange pocht weiterhin auf Nicht-Auslieferung

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:23

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange will "bald" die ecuadorianische Botschaft in London verlassen. Dies sagte der Gründer der Enthüllungsplattform am Montag bei einer Pressekonferenz in der Botschaft, in der er seit mehr als zwei Jahren lebt. Allerdings pocht er weiter auf einen garantierten Auslieferungsverzicht Großbritanniens.

will "bald" die ecuadorianische Botschaft in London verlassen. Dies sagte der Gründer der Enthüllungsplattform am Montag bei einer Pressekonferenz in der Botschaft, in der er seit mehr als zwei Jahren lebt. Allerdings pocht er weiter auf einen garantierten Auslieferungsverzicht Großbritanniens.

"Ich werde die Botschaft bald verlassen", stellte Assange dennoch klar und fügte hinzu, "aber wohl nicht aus den Gründen, die Murdoch-Medien und Sky-News derzeit nennen. Der britische Nachrichtensender Sky News und andere Medien der Murdoch-Gruppe hatten am Sonntag berichtet, Assange leide an schweren Gesundheitsproblemen. Demnach habe er Herzprobleme, ein chronisches Lungenleiden und gefährlich hohen Blutdruck. Nach seiner Gesundheit befragt, erklärte Assange, jeder wäre nach zwei Jahren in einem Gebäude ohne Außenflächen oder direktem Sonnenlicht beeinträchtigt.

Er will die Botschaft allerdings nur nach Erhalt einer wasserdichten Garantie verlassen, dass er nicht in die USA ausgeliefert wird. Seine Anwältin Jennifer Ribonsion sagte dem australischen Sender ABC, ihr Mandant werde das Botschaftsgebäude nur gegen die Zusicherung verlassen, dass sein Recht auf "politisches Asyl" respektiert bleibe.

Bedingungen in Botschaft "nicht gerade prächtig"

Die Bedingungen hierfür müssten seine Rechtsberater aber noch aushandeln - und wann das geschehe, sei unklar. "Wir haben um Zusicherungen gebeten, dass er nicht in die USA ausgeliefert wird", sagte Robinson. "Das ist und war immer seine größte Sorge, und es ist auch der Grund dafür, dass er in der Botschaft Asyl gewährt bekommen hat." Es gebe laufende Rechtsstreitigkeiten in Schweden und laufende Ermittlungen in den USA, wegen derer Assange das Gebäude nicht verlassen wolle. Die Bedingungen, unter denen er in der Botschaft lebe, seien "nicht gerade prächtig".

Ecuadors Außenminister Ricardo Patino rief dazu auf, eine politische Lösung zu finden. "Diese Situation muss ein Ende haben", sagte er in der gemeinsamen Pressekonferenz. Gleichzeitig versicherte er, Assange genieße weiterhin den Schutz des lateinamerikanischen Landes.

Flucht vor Auslieferung

Der Australier wollte mit seiner Flucht in die ecuadorianische Botschaft entgehen, wo er wegen Sexualdelikten verhört werden soll. Nach Darstellung des 43-Jährigen sind die Vorwürfe politisch motiviert und sollen dazu führen, dass er von Schweden an die USA überstellt werden kann.

Durch die Veröffentlichung geheimer Informationen zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie von rund 250.000 vertraulichen Diplomatendepeschen hat die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen. Die USA haben bisher aber kein Auslieferungsgesuch für Assange gestellt.

 

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