Wikileaks-Gründer Julian Assange muss sich in der ecuadorianischen Botschaft in London mit bescheidenen Lebensumständen arrangieren. Der 41-Jährige bewohne ein kleines Zimmer mit Internetanschluss und Mikrowelle, berichtete sein Freund Vaughan Smith der Nachrichtenagentur AFP. Assange stehe außerdem eine Dusche und ein Heimtrainer zur Verfügung.
"Es ist auf jeden Fall nicht schlimmer als eine Gefängniszelle", sagte Smith, der Assange in der vergangenen Woche in der Botschaft besucht hatte. Ecuador hat Assange, dem eine Auslieferung nach Schweden droht, politisches Asyl gewährt.
Am wichtigsten sei es für Assange, dass er Zugang zum Internet habe, um seine Rechtsstreitigkeiten und die Enthüllungsplattform Wikileaks weiterführen zu können. Assange habe das Zimmer in einen Arbeits- und einen Wohnbereich aufgeteilt. Der Raum sei sauberer und aufgeräumter als er es von Assange gewohnt sei, sagte Smith.
Der ehemalige Armeeoffizier hatte für seinen australischen Freund eine Kaution bezahlt und ihn während dessen Zeit unter Hausarrest mehr als ein Jahr lang in seinem Herrenhaus beherbergt. Ob er die 20.000 Pfund (rund 25.000 Euro) wiederbekomme, sei unklar, sagte Smith. Die britische Polizei will Assange festnehmen, sobald er das Botschaftsgelände verlässt.
Großbritannien bleibt hart
Die britische Regierung hat ihre Absicht, den Wikileaks-Gründer nach Schweden auszuliefern, nach dessen ersten öffentlichen Auftritt seit Monaten bekräftigt und sich dem Druck südamerikanischer Staaten entgegengestellt. "Laut unserem Gesetz sind wir, nachdem alle Möglichkeiten des Einspruchs ausgeschöpft sind, verpflichtet, ihn nach Schweden auszuliefern", sagte ein Sprecher von Premierminister David Cameron. "Es ist unsere Absicht, diese Pflicht zu erfüllen."
Man werde weiter mit der Regierung von Ecuador und anderen sprechen, um eine diplomatische Lösung zu finden. Das südamerikanische Staatenbündnis UNASUR hatte beschlossen, Ecuador zu unterstützen. Die Außenminister der UNASUR riefen die Londoner Regierung auf, das Recht auf Asyl zu respektieren.