"Assassin’s Creed Valhalla – Zorn der Druiden" im Test

"Assassin’s Creed Valhalla" hat die erste Erweiterung spendiert bekommen. "Zorn der Druiden" führt nach Irland und auf die Spuren eine Druiden-Kults.

Der fantastisch bewertete jüngste Serientitel "Assassin's Creed Valhalla" bekommt nach seinem Start im November 2020 nun mit der ersten Erweiterung namens "Zorn der Druiden" neue Inhalte. Nachdem man sich bisher stundenlang durch England und Norwegen prügeln, plündern und plaudern konnte, bricht Eivor nun nach Irland zu neuen Abenteuern auf. Dort ist seine Hilfe gefragt, denn der König von Dublin, ein überraschender Bekannter von Eivor, will das Land vereinen.

Das ist nicht so leicht, denn der Hochkönig verachtet den Dubliner Machthaber mit dänischem Blut. So ruft dieser wiederum nach Hilfe dafür, Rebellen aus der Region zu vertreiben, ein Handelsnetz aufzuziehen und Feindesposten zu erobern. Neben Kampf und Schleichen wartet damit nun auch etwas mehr Sim-Gefühl auf die Spieler: Gesammelte Items und Materialien können in die Außenposten investiert und damit die Produktion von Waren gefördert werden, mit denen dann gehandelt wird.

Sattere Farben und flinkere Gegner

Auf den Spieler warten drei Provinzen und es gibt die Stadt Dublin sowie zahlreiche berühmte historische Wahrzeichen Irlands wie der Giant’s Causeway, Tara Hill, Black Pig’s Dyke oder Ben Bulben zu entdecken. Im keltischen Reich warten aber nicht nur visuell beeindruckende Sehenswürdigkeiten auf die Spieler, sondern auch neue Gefahren. Denn bald treibt ein mysteriöser Druidenkult namens "Kinder der Danu" sein Unwesen und stellt uns vor ein großes Rätsel, das gelüftet werden will. 

Bevor es auf nach Irland und in seine rund 25 Spielstunden geht, müssen "Valhalla"-Spieler im Hauptteil England erreicht, das erste Bündnis geschlossen und die erste Siedlung errichtet werden, was einer der ersten englischen Hauptmissionen entspricht. Statt der etwas kargen Landschaft des Hauptspiels wartet nun eine saftig grüne Wiesenkulisse mit sehenswerten Hügeln, aber auch düsteren Waldstücken. Neu sind vor allem Feinde im Umfeld der Druiden, die sich mit Fellen, Hörner, Geweihen und Totenschädeln tarnen und flinker als bisher im Kampf vor allem mit Sicheln agieren. 

Neue Fähigkeiten, Feinde und Begleiter

Auch Eivor bekommt für den Kampf neue Fähigkeiten spendiert, neben dem Kampf mit der Sichel samt eigener Kombo kann er auch einen irischen Wolfshund als Begleiter beschwören, einen Rauchbombenpfeil abfeuern und Feinde per Wikingergruß, einer Art Kopfstoß, zu Boden strecken. Doch auch die Feinde haben aufgerüstet: Vor allem die Druiden werden oft von Helfern und Begleittieren beschützt, zudem trifft man immer mal wieder auf furchteinflößende Fabelwesen wie Werwölfen. Einzig: Nach neuen Bossen hielten wir in der gesamten Spielzeit vergeblich Ausschau.

Irisch angehaucht sind auch neue Deko-Items für Schiff, Begleiter und Eivor selbst. Wer Spoiler befürchtet, bevor er das Hauptspiel fertig gezockt hat, sei beruhigt: Die DLC-Handlung spielt sich losgelöst aus dem Hauptteil ab und biegt inhaltlich auch nicht in Andeutungen und Rätseln ab, sondern erzählt die spannenden Entwicklungen sehr direkt und verständlich. Spielerisch erwartet uns typische "AC"-Kost: Nach und nach werden die Druiden-Anführer dahingemeuchelt, daneben erfüllt man Aufspür- und Kampf-Missionen und freut sich, dass die Schwierigkeit auf den Charakter-Level skaliert wird, damit die Herausforderung bestehen bleibt. Dennoch fühlt sich "Zorn der Druiden" etwas leichter als das Hauptspiel an.

Technisch einwandfreier Stoff

Die als Weltereignisse bekannten Nebenquests treten in "Zorn der Druiden" in den Hintergrund, dafür gibt es umso mehr Aufträge, um den Einfluss der Machthaber auszuweiten. Wer dazu noch die Bitten der Herrscher erfüllt, etwa eine gewisse Anzahl von Feinden zur Strecke zu bringen oder möglichst unentdeckt zu bleiben, der erhöht dadurch noch weiter seine Belohnung. Dazu kommen nicht die "Prüfungen der Morrigan", bei denen es speziell gegen die Druiden des DLCs geht und die dabei gerne eine Art Giftnebel einsetzen, der alle unsere Sinne verschwimmen lässt.

Technisch läuft im neuen DLC alles glatt, weder brach die Framerate ein, noch kam es zu irgendwelchen Aussetzern oder Bugs. Einen Ticken besser als im Hauptspiel fällt gar die Grafik aus: Sowohl die grünere Umgebung als auch die neuen, detailreicheren und flinkeren Feinde sehen fantastisch aus und unterscheiden sich mit ihren Fellen und Skelett-Kopfbedeckungen schön abwechslungsreich voneinander. Auch von der Handlung wird man nicht enttäuscht, die Erweiterung nimmt schnell Fahrt auf und bietet bis zuletzt viel Spannung.

Keine Revolution, aber ausgezeichnet

Eine inhaltliche Revolution darf man sich vom DLC "Zorn der Götter" nicht erwarten, es gibt aber mehr vom aus dem Hauptspiel bekannten Gameplay, das bekanntlich stärker auf direktem Kampf in der Open-World denn auf Schleich-Passagen fokussiert. Dazu kommen wieder Dutzende Erledigungsaufgaben vom Besiegen bestimmter Feinde über das Einnehmen von Außenposten bis hin zum Sammeln von Items, die nicht immer allzu stark in die eigentliche Handlung eingewoben sind und sich auf Dauer etwas monoton, weil immer wiederholend, spielen.

Trotzdem ist "Zorn der Druiden" ein ausgezeichneter DLC, der einige neue Fähigkeiten und eine neue Waffe bereithält, mit neuen Feinden fordert und mit einer spannenden Story beschäftigt. Wer schon das Hauptspiel mochte, wird die erste Erweiterung deshalb lieben. Ein Lob gibt es zuletzt an Ubisoft auch dafür,  dass "Zorn der Druiden" dermaßen groß ausgefallen ist. Wer wirklich alles erledigen will, verbringt gut 25 Stunden in der Erweiterung. Das schaffen manche Konkurrenten nicht einmal mit ihren Hauptspielen.

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