Athleten-Paar verbreitet Corona-Verschwörungstheorie

Alexandra Wester und Joshiko Saibou
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Die deutsche Leichtathletin Alexandra Wester kritisiert die Corona-Massnahmen und spricht von einer "Horrordroge". Ihr Lebensgefährte ist Profi-Basketballer und vertritt dieselben Anschauungen.

Wie eine Missionarin spricht sie zu ihren Jüngern auf Instagram. Der zweite Eindruck schafft Klarheit: Während sie über die Corona-Krise philosophiert, trägt sie ein schwarzes Trainingsoberteil. Alexandra Wester ist eigentlich Weitspringerin. Sie gehört sogar zur Elite des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und trainiert zurzeit für die Olympischen Spiele in Tokio.

Wester, die auch als Model engagiert ist, teilt im Normalfall ganz profane Inhalte auf der sozialen Plattform: ihr Fachwissen rund um den Sport. In einem Beitrag sagte sie jedoch – von ihren Gefühlen gänzlich übermannt –, dass sie "nicht von den Medien, der Regierung oder den Massen manipuliert" werden wolle.

Im Video – das bereits über 50.000 Mal angeklickt wurde – wirft die 26-Jährige der deutschen Regierung vor, dass sie mit den Corona-Maßnahmen die Bürger ihrer Freiheit berauben würde. "Und darum steht auf für eure Rechte", sagt Wester, sich an ihre Follower wendend.

In der knapp zweiminütigen Ansprache geht es Schlag auf Schlag weiter: Sie spricht von einem Impfzwang für die Bevölkerung, springt dann zu Ärzten, die in Gefängnispsychiatrien eingesperrt würden, weil sie für ihre Menschenrechte kämpfen. Und in einem anderen Beitrag schreibt sie, dass der "Großteil der Welt" von der "Horrordroge" Adrenochrom abhängig sei. Adrenochrom ist ein Stoffwechselprodukt von Adrenalin und soll Euphorie sowie Denkstörungen auslösen.

Die gleiche Meinung vertritt Westers Lebensgefährte und Basketballer Joshiko Saibou. Und auch er bedient sich des gleichen Kanals, um seine Botschaften in die Welt hinauszutragen. Unter dem Hashtag "AppellandenVerstand" redet er in einer Video-Ansprache seinen Followern ins Gewissen, wirft ihnen vor, dem Fernsehen und der Politik leichtsinnig Glauben zu schenken. Und er sagt es unverhohlen als Vorwurf, indem er den Zeigefinger mahnend in die Höhe schwingt.

Auch der deutsche Nationalspieler sieht in den Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus lediglich die Einschränkung der Menschenrechte. Zahlen und Aussagen der Regierung, so der Basketballer von Baskets Bonn, seien widersprüchlich.

Auch Saibou lässt nur Mutmaßungen zu und auch er liefert keine Fakten.

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