Welt

Atomgipfel beriet Schutz vor "schmutziger Bombe"

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:41

53 Staaten haben sich darauf verständigt, die weltweite Atomsicherheit zu verbessern. Die Teilnehmer des dritten Atom-Gipfels riefen zu einem besseren weltweiten Schutz von radioaktivem Material auf. Es müsse sichergestellt werden, dass hochangereichertes Uran nicht in die Hände von Extremisten gerate, betonten die Staats- und Regierungschefs in der Abschlusserklärung des Treffens in Den Haag. Es herrscht die Angst vor einer "schmutzigen Bombe".

. Es herrscht die Angst vor einer "schmutzigen Bombe".

Die Länder, die über solches Material verfügten, sollten daher ihre Bestände auf das Nötigste minimieren, wurde in der am Dienstag nach verabschiedete Abschlusserklärung betont, die in entscheidenden Punkten jedoch unverbindlich für die Unterzeichner blieb. Eine Einigung auf eine weit gehendere Vereinbarung fand nicht die Zustimmung aller Staaten.

Unter anderem Russland, Pakistan, Indien und China wollen sich nicht strengeren Regeln unterwerfen. Zu den Unterzeichnern der Abschlusserklärung gehören die USA und die europäischen Staaten sowie Russland, die zumindest für die Erklärung des Gipfels in den Hintergrund rückten. Es sei wichtig, dass die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der atomaren Sicherheit verstärkt werde.

Furcht vor der radioaktiven Bombe

Es wird befürchtet, dass radikale Gruppen wie Al-Kaida eine sogenannte schmutzige Bombe bauen könnten, wenn sie an Plutonium oder anderes radioaktives Material gelangen sollten. Dabei handelt es sich um eine konventionelle Bombe, die bei der Explosion durch die Verbreitung von Plutonium- oder Uranstaub große Gebiet radioaktiv verseuchen könnte.

Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens standen Bemühungen, besonders in der Industrie oder in Krankenhäusern genutztes Atommaterial besser zu sichern. Der Gastgeber des dritten Gipfels zur Atomsicherheit, der niederländische Regierungschef Mark Rutte, sah "große Schritte" gemacht hin zur Erreichung folgender Ziele: die weltweite Menge von nuklearem Material zu verringern, den Schutz der Bestände zu verbessern und die internationale Zusammenarbeit zur Atomsicherheit zu verstärken.

Bestand an Material soll verringert werden  

Die 53 Teilnehmerstaaten vereinbarten, die Bestände von risikoreichem Uran und Plutonium zu verringern. Sie betonten zudem die Rolle der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und sprechen sich für eine bessere "politische, technische und finanzielle" Unterstützung der Institution in Wien aus. Unter dem Punkt "freiwillige Maßnahmen" wird in der Erklärung zudem angemahnt, Informationen über atomares Material und dessen Sicherung auszutauschen. Staaten und Unternehmen werden aufgefordert, sich zum Schutz von atomaren Material besser gegen Cyberattacken zu rüsten.

Doch der große Durchbruch gelang auf dem Gipfel nicht. Nur 35 der teilnehmenden Staaten vereinbarten, ihre Zusammenarbeit zur Sicherung atomaren Materials über die Gipfelerklärung hinaus zu verstärken. Außen vor blieb etwa Russland, das noch über beträchtliche Atomwaffenbestände aus Sowjetzeiten verfügt. Auch China, Pakistan und Indien verweigerten ihre Zustimmung.

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