Tschechen starten Ausbau von Uralt-AKWs

Tschechien hält am Ausbau der Atomenergie fest. Die Investitionen in Uralt-AKWs Temelin und Dukovany beginnen.

„Es gibt keinen anderen Weg als die Kernenergie", sagte Industrieminister Karel Havlicek in einer Sendung des tschechischen Fernsehens am Dienstag. Den Bedarf mit erneuerbaren Energiequellen decken zu wollen, sei aus wirtschaftlicher, geografischer und technischer Sicht „Unsinn", erklärte der Unternehmer und Politiker. Der Energiewende-Vorreiter Deutschland sei "ein sehr reiches Land, das sich solche Investitionen erlauben kann".

"Signal" zum Start

Der teilstaatliche Stromkonzern CEZ hat bereits zwei Tochterfirmen für den Bau neuer AKW-Blöcke in Temelin und Dukovany gegründet. Das sei ein klares Signal, dass der Investitionsprozess beginne, erklärte dazu Havlicek. Über die genauen Konditionen wird noch verhandelt. Es geht um die Frage, in welchem Umfang der Staat Garantien für Kredite zur Finanzierung der Bauprojekte übernimmt.

Koreaner und Russen

Als wichtigste Interessenten an dem Auftrag, zunächst in Dukovany einen neuen Reaktor für umgerechnet rund 10 Milliarden Euro zu bauen, gelten das koreanische Unternehmen KHNP und der russische Staatskonzern Rosatom. Das alte AKW Temelin ist nur rund 60 Kilometer von den Grenzen zu Deutschland und Österreich entfernt.

Die Pannenreaktoren

Auch Dukovany ist ein veralteter Pannenreaktor. Nach der Wartung von Dukovany-2 gab es Ende Juni bereits beim Wiederhochfahren nach einer Wartung eine Panne. Der Vorgang musste abgebrochen werden. Grund sei ein möglicher Defekt an einem der Dampfgeneratoren, teilte die Betreibergesellschaft CEZ mit. Die schrittweise Erhöhung der Leistung beim Wiederanlaufen sei gestoppt worden.

Während der fünfwöchigen Wartungspause war ein Fünftel der Brennelemente ausgewechselt und ein Teil der Anlage modernisiert worden. Der Reaktorblock Dukovany-2 sowjetischer Bauart war im September 1986 erstmals ans Netz gegangen. Umweltschützer halten das Atomkraftwerk in Südmähren für veraltet. Dukovany befindet sich etwa 50 Kilometer entfernt von Brünn – und knapp 100 Kilometer nördlich von Wien.

(red)

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