Atomtest: USA erhielt von Korea Vorwarnung

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Nordkorea hat am Dienstag offenbar einen weiteren Atomtest unternommen. Im Nordosten des Landes seien Erdstöße registriert worden, die auf einen unterirdischen Nukleartest hinwiesen, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in Seoul. Es werde angenommen, dass der Test eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen TNT gehabt haben könnte. Das "künstliche" Beben habe wahrscheinlich eine Stärke von 4,9 erreicht. Obama und Südkoreas Präsident beraten nach Atomtest Pjöngjangs.

Nordkorea hat am Dienstag einen Atomtest unternommen. Im Nordosten des Landes seien Erdstöße registriert worden, die auf einen unterirdischen Nukleartest hinwiesen, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in Seoul.

Es werde angenommen, dass der Test eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen TNT gehabt haben könnte. Das "künstliche" Beben habe wahrscheinlich eine Stärke von 4,9 erreicht. US-Präsident Barack Obama hat mit Südkoreas Präsidenten Lee Myung-bak telefoniert, um das Vorgehen nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest zu "koordinieren". Demnach verurteilten die beiden Staatschefs den Nukleartest Pjöngjangs als "höchst provokative Verletzung der internationalen Verpflichtungen Nordkoreas".

Sie hätten eine enge Zusammenarbeit - unter anderem im Rahmen der Vereinten Nationen - vereinbart, um eine Reihe von Maßnahmen zum Stopp des nordkoreanischen Atom- und ballistischen Raketenprogrammes zu erreichen. Obama habe außerdem "unmissverständlich" die US-Verpflichtung zur Verteidigung Südkoreas bekräftigt.

Vorwarnung

Die US-Regierung hat vor dem Atomtest eine Vorwarnung von Nordkorea erhalten. Die Regierung in Pjöngjang habe das US-Außenministerium über ihre Absicht informiert, einen solchen Versuch zu starten, sie habe aber keinen genauen Zeitpunkt genannt, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums am Dienstag in Washington.

Die Information sei über die "üblichen Kanäle" nach Washington gelangt, sagte die Sprecherin, nannte aber keine Details. Auch wann die US-Regierung von Nordkorea unterrichtet wurde, ließ sie offen. Die beiden Staaten unterhalten keine diplomatischen Beziehungen, tauschen aber über ein Büro in New York Botschaften per Telefon und Fax aus.

Obama dagegen

US-Präsident Barack Obama hat den neuen Atomtest Nordkoreas als extrem provokativen Akt verurteilt. Er gefährde die Stabilität in der Region. Das nordkoreanische Atomprogramm sei zudem eine Bedrohung der Sicherheit der USA und der ganzen Welt. "Die USA werden weiterhin alle Schritte unternehmen, die notwendig sind, uns und unsere Verbündeten zu verteidigen", erklärte der Präsident am Dienstag.

Nordkorea: Atomtests "zum Schutz" der Sicherheit

Ein Diplomat beim UNO-Sicherheitsrat sagte am Dienstag unter Berufung auf südkoreanische Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, es habe einen nuklearen Test gegeben. Kurz darauf bestätigte Nordkorea die weltweiten Mutmaßungen. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete Dienstag früh von einem "erfolgreichen unterirdischen Atomtest", der "in sicherer und perfekter Weise" abgelaufen sei.

Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete weiter, ein miniaturisierter Sprengsatz mit großer Stärke sei gezündet worden. Sie bezeichnete den Test zugleich als "Teil von Maßnahmen zum Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität".

Auch die US-Erdbebenwarte und die UNO-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Abkommens (CTBTO) registrierten die Erdstöße im Nordosten des Landes. "Das Ereignis zeigt eine klar explosionstypische Charakteristik und es lag annähernd deckungsgleich mit den Atomtest der DPRK (Nordkorea) von 2006 und 2009", sagte Tibor Toth, Leiter der CTBTO, am Dienstagmorgen in Wien.

Schwerwiegende Konsequenzen

Südkorea und die USA hatten dem kommunistischen Land für den Fall eines dritten Tests schwerwiegende Konsequenzen angedroht. Unter anderem wird eine weitere Verschärfung des UNO-Sanktionen gegen das weitgehend isolierte Land wird nicht ausgeschlossen.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak berief den nationalen Sicherheitsrat ein. Die südkoreanischen Streitkräfte wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Auch Japan berief seinen nationalen Sicherheitsrat ein. Nordkorea hatte einen neuen Atomtest und weitere Raketentests im Jänner aus Protest gegen die Ausweitung von UNO-Sanktionen angekündigt. Der Weltsicherheitsrat hatte mit den verschärften Sanktionen auf einen nordkoreanischen Raketenstart im Dezember reagiert.

Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats

Der UNO-Sicherheitsrat ist wegen des vermutlichen Atomtests in Nordkorea zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen worden. Sie werde am Dienstag um 15.00 Uhr MEZ stattfinden, hieß es in Diplomatenkreisen. Die USA, Südkorea und europäische Mitglieder des Rates streben für den Fall, dass ein dritter Atomtest in Nordkorea bestätigt wird, weitere Sanktionen gegen Nordkorea an.

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