Forscher der Universität Singapur haben die genaueste Uhr der Welt gebaut. Die Atomuhr basiert auf dem seltenen Schwermetall Lutetium und stellt einen neuen Weltrekord auf.
Erst nach 55 Milliarden Jahren würde die Super-Uhr eine Abweichung von einer Sekunde zeigen. Zum Vergleich: Unser Universum ist gerade einmal 13,8 Milliarden Jahre alt.
Die neue Lutetium-Uhr ist damit zehnmal präziser als die bislang besten Atomuhren, wie Der Spiegel unter Berufung auf das Fachjournal Nature berichtet.
Im Zentrum der Uhr befindet sich ein einzelnes, elektrisch geladenes Lutetium-Atom. Es schwebt in einer Vakuumkammer, gehalten von elektrischen Feldern, und wird von einem Laser beschossen.
Hat der Laser die richtige Energie, springt ein Elektron im Atom auf ein höheres Energieniveau. Die Strahlung des Lasers enthält eine feste Anzahl von Schwingungen pro Sekunde - sie sind das Pendel der Uhr. Bei der Lutetium-Uhr sind es 353,6 Billionen Schwingungen pro Sekunde.
Die Uhr ist so genau, dass sie sogar Einsteins Relativitätstheorie spürt. Schon ein Höhenunterschied von fünf Millimetern führt zu einem messbaren Unterschied. Denn laut Einstein hängt die Zeit von der Schwerkraft ab.
Die Forscher sehen darin aber einen Vorteil: Mit solchen Uhren könnte man Veränderungen in Magmakammern unter Vulkanen beobachten oder Rohstoffvorkommen unter der Erde aufspüren.
Noch ist die Super-Uhr allerdings zu groß für den mobilen Einsatz. Das Team will das System nun miniaturisieren und eine transportable Version entwickeln.