Juden verprügelt: Jetzt spricht ein Opfer

Am Donnerstag wurde Daniel (22) auf der Taborstraße attackiert – im "Heute"- Interview spricht er über den Angriff und seine Angst, jetzt mit Kippa auf die Straße zu gehen.

Nach der brutalen Attacke auf der Taborstrasse auf Juden am Donnerstag sitzt Angreifer Burkay S. in Verwahrungshaft, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Offenbar hat Burkay auch am Vortag Menschen attackiert: "Im Zuge der Ermittlungen seitens der Polizei wurde festgestellt, dass der Verdächtige bereits am Tag davor ähnliche Taten gesetzt hat", so Polizeisprecher Alexander Marakovits.

Indes erholt sich eines der Opfer des Angreifers, Daniel (22), vom Schock. In der "Heute"-Redaktion sprach der junge Mann mit uns über die brutale Attacke, die Sorgen nach dem Angriff in der jüdischen Gemeinde und ob er sich noch mit Kippa aus dem Haus traut.

(Video: privat)

Der Angreifer sitzt in Verwahrungshaft

Rückblick: Donnerstagvormittag greift ein junger Mann drei Juden vor einem koscheren Restaurant an, versetzt seinen Opfern mehrere Faustschläge. Der Täter zieht in Richtung Taborstraße weiter, ein Augenzeuge ruft die Polizei, erzählt gegenüber "Heute": "Ich ging dem Mann hinterher, die Polizei riet mir, Abstand zu halten und am Telefon zu bleiben, um den aktuellen Standort des Täters bekanntzugeben."

Dann folgte die nächste Attacke: Auf der Taborstraße sah der Schläger einen weiteren Juden mit Kippa (jüdische Kopfbedeckung, Anm.), nahm Anlauf und sprang dem Burschen mit voller Wucht in den Rücken. "Ich kam gerade von der Synagoge, hatte meine Kippa auf und trug Tefillin, war also eindeutig als Jude erkennbar. Er kam von hinten, ich habe telefoniert und ihn nicht gesehen, er sprang mir voll von hinten hinein", so Opfer Daniel (22).

Der mutmaßliche Gewalttäter marschierte Richtung Schwedenplatz weiter, auf seinem Weg in die U-Bahnstation attackierte er auch noch eine Frau.

In der U1-Station Schwedenplatz schlug der Täter laut Augenzeugen auch noch auf die herbeigeeilten Polizisten ein, er konnte erst von vier Beamten überwältigt werden. Der Angreifer, laut Polizei handelt es sich um ein 24 Jahre alten, arbeitslosen Österreicher mit türkischer Herkunft, wurde verhaftet.

Die Attacken waren gezielte Angriffe auf Juden

Obwohl vier der angegriffenen Personen Juden sind, geht die Staatsanwaltschaft Wien nach derzeitigem Stand nicht von einem antisemitischen Hintergrund der Attacken aus. Die Opfer seien "wahllos ausgesucht" worden. Während die Staatsanwaltschaft ermittelt, traf sich IKG-Präsident Oskar Deutsch mit Augenzeugen und Opfern: "Nach den Schilderungen besteht kein Zweifel über das antisemitische Motiv des Angreifers", so der IKG-Präsident.

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