Am zweiten Prozesstag gegen den Halle-Attentäter wurde das grausame Tat-Video abgespielt. Die Richterin Ursula Mertens warnte die Anwesenden, bevor das Video abgespielt wurde. Man könne den Saal verlassen. Alle blieben zunächst sitzen.
Das Video der Tat hatte der Amokläufer mit seiner Handy-Kamera gefilmt. "Hey, my name is Anon. And I think the Holocaust never happened." - so beginnt das Video der Schreckenstat. (Auf deutsch: "Hallo, mein Name ist Anon. Und ich glaube, der Holocaust ist nie passiert.")
Die Nebenkläger bemerkten das Verhalten des Angeklagten während der Video-Vorführung: "Ich würde gern die Aufmerksamkeit des Sachverständigen Professor Leygraf auf das Grinsen des Angeklagten lenken", mahnte Anwalt Alexander Hoffmann an.
Mehrere Personen mussten den Saal verlassen, als die Szene gezeigt wird, wie B. die 40-jährige Jana L. erschießt. B. erklärte sein Grinsen später wie folgt: "Ich habe geschmunzelt über ein paar dämliche Witze." Die Dramaturgie des Videos bis hin zur abgespielten Rap-Musik habe er genau geplant, wie "Bild" berichtet.
Auf die Frage des Bundesanwalts Kai Lohse, welche Ziele er mit der Internet-Verbreitung des Tatvideos gehabt habe, sagte B.: "Das Wichtigste war zu zeigen, dass improvisierte Waffen gehen, das zweitwichtigste ist, die Moral zu heben, die eigentliche Tat ist Platz drei."
Eine Zuschauerin sagt über den Angeklagten beim Anschauen seines Videos: "Der ist eiskalt, er hat keine Regung gezeigt."