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Attentate von Toulouse wegen Cop-Fehlern möglich

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:24

Im Zusammenhang mit der Attentatsserie von Toulouse, bei der ein 23-jähriger Islamist im März sieben Menschen erschoss, sind dem französischen Inlandsgeheimdienst nun auch offiziell schwere Fehler und Versäumnisse bescheinigt worden. Das geht aus einem Bericht der französischen Polizeiaufsicht IGPN hervor, den Innenminister Manuel Valls am Dienstag in Paris veröffentlichte.

, sind dem französischen Inlandsgeheimdienst nun auch offiziell schwere Fehler und Versäumnisse bescheinigt worden. Das geht aus einem Bericht der französischen Polizeiaufsicht IGPN hervor, den Innenminister Manuel Valls am Dienstag in Paris veröffentlichte.

Der Attentäter Mohamed Merah hatte bei drei Anschlägen im Großraum Toulouse in Südfrankreich insgesamt sieben Menschen erschossen, darunter drei Kinder und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule. Der in Frankreich geborene Merah, , hatte zeitweise unter Beobachtung des Inlandsgeheimdienstes DCRI gestanden, unter anderem weil er sich in Pakistan und Afghanistan aufgehalten hatte.

Gefahr unterschätzt

Die zwei Berichterstatter der internen Polizeiaufsicht stellten nun fest, dass der Geheimdienst im Vorfeld der Bluttaten die Gefährlichkeit des Attentäters unterschätzte. Sie sprachen in ihrem 17-seitigen Bericht von einer "Verknüpfung von Versäumnissen und Fehlern bei der Einschätzung", "Problemen bei der Führung und Organisation der Dienste" und "einer Abschottung" verschiedener Sicherheitsbehörden untereinander.

Überwachung wurde eingestellt

Merah war bereits 2006 ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten, weil er sich im Umfeld einer salafistischen Gruppe in Toulouse bewegte. Laut Bericht bemerkten die Geheimdienste erst zu spät seine Radikalisierung, teils weil er von Dezember 2007 bis September 2009 im Gefängnis saß, teils weil seine Überwachung "fälschlicherweise" eingestellt wurde.

So wurde Merah zwischen März 2010 und Januar 2011 nicht mehr überwacht, obwohl er in der Kontaktliste einer islamistischen Rekrutierungsperson auftauchte. Erst nach einer Reise nach Afghanistan wurde er 2011 erneut überprüft und als Islamist eingestuft. Trotz einer weiteren Reise nach Pakistan wurde er ab Januar 2012 nicht mehr überwacht.

Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdienst schlecht

Zu den Ermittlungen nach Merahs erstem Attentat gegen einen französischen Soldaten am 11. März hieß es nur, die Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdienst sei "verbesserungsfähig". Im Fall Merah hatte eine Frau aus dessen Viertel den späteren Attentäter schon 2010 bei der Polizei angezeigt, nachdem der ihrem Sohn Bilder gezeigt hatte, auf denen Menschen geköpft wurden. Der Geheimdienst wurde nicht informiert.

Auch die Erschießung von Merah nach 32-stündiger Belagerung seiner Wohnung durch Polizisten der Eliteeinheit Raid wurde nicht kritisiert, Bruder noch im Visier

Im Zusammenhang mit der Attentatsserie von Toulouse laufen der sich als Komplize verantworten muss. Der damalige Geheimdienstchef Bernard Squarcini, der nach der Abwahl der konservativen Regierung im Mai abgelöst worden war, und Ex-Innenminister Claude Gueant hatten zunächst versichert, es habe sich bei Merah um einen untypischen Einzeltäter gehandelt.

APA

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